Deutschland wird sich in einem ersten Schritt mit vier Eurofighter-Kampfjets an der Nato-Mission »Arctic Sentry« (Wächter der Arktis) beteiligen. Das kündigte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) in Brüssel an. Weitere Einzelheiten sollen demnach beim Treffen der Nato-Verteidigungsminister am Donnerstag besprochen werden.
Die Idee für die Mission »Arctic Sentry« war entstanden, um US-Präsident Donald Trump zu besänftigen. Trump hatte in den vergangenen Wochen immer wieder gefordert, die USA müssten Grönland übernehmen, da er nur so für die Sicherheit in der Arktis sorgen könne. Pistorius hatte schon vor Wochen eine Teilnahme von Deutschland an einer möglichen Nato-Mission zugesagt.
Die Bundeswehr schickt nun also zwei sogenannte Alarmrotten mit jeweils zwei Eurofightern, die zur Identifizierung von unbekannten Fliegern aufsteigen können. Zudem sind die Eurofighter auch geeignet, Bodenaufnahmen für ein militärisches Lagebild zu erstellen.
Die vier Eurofighter könnten laut Bundeswehrkreisen schon Ende der Woche in die Arktisregion verlegt werden und mit ihren Kontrollflügen beginnen. Stationiert werden sollen die Kampfjets, die auf den Luftkampf und nicht auf den Abwurf von Bomben spezialisiert sind, auf Island. Deutschland gehört mit dem Schnellstart zu einer der ersten Nato-Nationen, die sich an dem Einsatz beteiligen.
In den kommenden Wochen wird der deutsche Beitrag vermutlich recht schnell größer werden. So könnten Seefernaufklärer der Marine über der Arktis kreisen, auch die Luftbetankung durch spezielle Jets der Luftwaffe ist denkbar. Hinzu könnten Transportflieger vom Typ A400M kommen, mit denen die Bundeswehr anderen Nationen unter die Arme greifen könnte, die sich ebenfalls an der Arktismission beteiligen wollen, aber nicht über die nötigen Flugkapazitäten verfügen.
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Zudem kündigte Großbritannien an, die Zahl seiner in Norwegen stationierten Soldaten innerhalb von drei Jahren von derzeit rund 1000 auf 2000 zu verdoppeln.
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