SpOn 03.12.2025
11:39 Uhr

Nato-Chef Rutte erwartet von Alliierten neuen Milliardenbetrag für US-Waffen


Die Nato-Staaten sollen im kommenden Jahr US-amerikanische Waffen und Munition für die Ukraine kaufen. Die Kosten: eine Milliarde Dollar. Pro Monat.

Nato-Chef Rutte erwartet von Alliierten neuen Milliardenbetrag für US-Waffen

Die USA schicken ihren Sondergesandten Steve Witkoff zu Gesprächen nach Moskau. Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine will die Regierung von US-Präsident Trump einen Frieden erreichen. Die Nato bereitet sich derweil darauf vor, auch im kommenden Jahr für mehrere Milliarden Dollar US-Waffen für die Ukraine zu kaufen.

Es gehe um den Erwerb von entscheidender Ausrüstung wie Abfangraketen für Luftverteidigungssysteme, sagte Nato-Generalsekretär Mark Rutte bei einem Treffen mit den Außenministern der Bündnisstaaten in Brüssel. Deutschland und andere Nato-Staaten sollen demnach 2026 mindestens eine Milliarde US-Dollar pro Monat für amerikanische Waffen und Munition für die Ukraine ausgeben. Auch offensive Systeme würden benötigt.

Die Rüstungsgüter sollen den Angaben zufolge über die sogenannte Purl-Initiative beschafft werden. Sie war in diesem Jahr gestartet worden, um Forderungen von US-Präsident Donald Trump nachzukommen. Dieser ist der Ansicht, dass die USA in der Vergangenheit einen deutlich zu großen Anteil an der Ukraineunterstützung hatten und will nun, dass die anderen Alliierten für weitere US-Militärhilfen zahlen.

Die Initiative sieht vor, dass in den USA hergestellte Munition und Waffen an die europäischen Verbündeten und Kanada verkauft werden – und diese sie dann der Ukraine zur Verfügung stellen. Purl steht für »Prioritised Ukraine Requirements List«. Auf Deutsch bedeutet das etwa: Priorisierte Bedarfsliste für die Ukraine.

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Bundesaußenminister Johan Wadephul (CDU) kündigte bei dem Nato-Treffen an, dass Deutschland für zwei neue Pakete mit US-Rüstungsgütern für die Ukraine insgesamt 200 Millionen Dollar (rund 172 Mio. Euro) bereitstellen wird. Sie werden gemeinsam mit Polen, Norwegen und den Niederlanden geschnürt und kommen zu einem bereits finanzierten 500-Millionen-Dollar-Paket hinzu. Für das kommende Jahr zählen diese Beiträge allerdings nicht mehr, da sie für die Bedarfsdeckung in diesem Jahr gebraucht werden.

Wadephul kündigte an, dass Deutschland zusätzlich zu den 200 Millionen Dollar 25 Millionen Euro in einen Nato-Fonds einzahlen werde. Damit solle sichergestellt werden, dass »die ukrainischen Soldatinnen und Soldaten gerade jetzt, bei Eis und Schnee an der Front, mit der nötigen Winterausrüstung ausgestattet und medizinisch ausreichend versorgt sind«.

Mehr über die jüngsten Ukrainegespräche im Kreml lesen Sie hier.  

ptz/dpa