SpOn 15.01.2026
14:16 Uhr

Nato: Großmanöver »Steadfast Dart 26« in Deutschland gestartet


Tausende Soldaten, Waffen und Fahrzeuge aus ganz Europa: Deutschland ist Gastgeber der Nato-Großübung »Steadfast Dart 26«. Mit dem Manöver will das Bündnis rasche Handlungsfähigkeit demonstrieren.

Nato: Großmanöver »Steadfast Dart 26« in Deutschland gestartet

Die Nato hat begonnen, für das Großmanöver »Steadfast Dart 26« Tausende Soldatinnen und Soldaten sowie Material und Militärfahrzeuge aus ganz Europa in die Bundesrepublik zu verlegen. Deutschland ist in den kommenden Wochen Gastgebernation des Manövers und zugleich Drehscheibe für den Umschlag.

»Von heute an werden in Deutschland rund 10.000 Soldatinnen und Soldaten ankommen«, sagte der italienische General Nicola Mandolesi, während ein erstes Frachtschiff im Seehafen im ostfriesischen Emden entladen wurde. Am Morgen rollten Dutzende Militärlastwagen, Tankwagen und Jeeps einer italienischen Militäreinheit von Bord des Frachters »Severine« an den Emskai – insgesamt rund 2200 Ausrüstungs- und Materialteile brachte das Schiff.

Damit beginne der sichtbare Auftakt der Übung in Deutschland, teilte das operative Hauptquartier der Nato (JFC) im niederländischen Brunssum mit. Neben Schiffstransporten sollen weitere Teile der Allied Reaction Force, einer schnellen Eingreiftruppe der Nato, auch mit Konvois über Land und Lufttransporten nach Deutschland kommen, sagte ein Nato-Sprecher.

Nato trainiert schnelle Handlungsbereitschaft

Die Nato will mit dem Großmanöver Handlungsbereitschaft zeigen. Bei »Steadfast Dart 26« trainiert das Bündnis, Soldatinnen und Soldaten sowie Material und Fahrzeuge möglichst schnell und koordiniert innerhalb des Nato-Gebiets zu verlegen. So soll die Verteidigungsfähigkeit der Nato gegen Angriffe auf das Bündnisgebiet trainiert und demonstriert werden.

»Mit dieser Übung demonstriert die Nato ihre Fähigkeit, sich schnell von Süden nach Norden und von Westen nach Osten zu bewegen, und zeigt, dass die Nato geeint, leistungsfähig und insgesamt bereit ist«, sagte General Mandolesi.

Es sei eine Herausforderung, so viele Truppen in kürzester Zeit über Ländergrenzen hinweg zu verlegen. Aber: Die Nato beweise deutlich, dass sie bereit sei, »jede Art von Mission« zu erfüllen, sagte Mandolesi. Der General dankte zudem Deutschland für die Koordination des Manövers.

An der Übung nehmen elf Nato-Mitgliedsländer teil: Italien, Griechenland, Deutschland, Tschechien, Spanien, Litauen, Bulgarien, die Türkei, Frankreich, Belgien und Großbritannien. Die USA sind nicht Teil der Übung. Beteiligt werden Streitkräfte von Heer, Luftwaffe und Marine sowie Space- und Cybereinheiten.

Dafür bewegt das Militär eine große Menge an Material: Mehr als 1500 Militärfahrzeuge, darunter Kampfpanzer und Raketenwerfer, sowie mehr als 20 Flugzeuge und Kampfjets und 17 Marineeinheiten, darunter Landungsschiffe, Fregatten und U-Boote, sollen zum Einsatz kommen.

Übungen an mehreren Standorten

Das Großmanöver erstreckt sich laut Nato über mehrere Standorte in Mitteleuropa. Die wichtigsten Teile sollen aber in Deutschland stattfinden. Ein zentraler Schauplatz soll im Februar der niedersächsische Truppenübungsplatz in Bergen in der Lüneburger Heide werden – es ist einer der größten Truppenübungsplätze in Europa überhaupt.

Aber auch an anderen Orten wird geübt, etwa an der Ostseeküste in Schleswig-Holstein. Am Truppenübungsplatz Putlos etwa will das Militär eine amphibische Landung demonstrieren.

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Das Großmanöver ist nach Angaben der Nato auch der erste Einsatz der neu aufgestellten schnellen Eingreiftruppe der Nato unter dem Kommando des operativen Hauptquartiers (JFC) in Brunssum. Die operativen Hauptquartiere der Nato sind unter der Führung des strategischen Hauptquartiers der Nato in der belgischen Stadt Mons für die Planung und Ausführung von militärischen Operationen zuständig. Die Zuständigkeit für Deutschland und die Ostflanke liegt beim JFC Brunssum.

col/dpa