Die irische Fußballnationalmannschaft hat in der Nations League 3:0 (3:0) gegen Israel gewonnen. Die politisch brisante Partie fand am Sonntagabend in der ungarischen Stadt Debrecen statt. Während der israelischen Nationalhymne senkten die Iren demonstrativ die Köpfe, außerdem verweigerten sie dem Gegner den üblichen Handschlag.
Die Tribüne im Stadion in Debrecen war nahezu leer, das Spiel wurde fast ohne Zuschauer ausgetragen. Der irische Verband hatte für seine Fans keine Tickets reserviert, der öffentlich-rechtliche Sender RTE wollte die Partie ohne Kommentar übertragen. Die irischen Spieler trugen schwarze Armbinden, nach eigenen Angaben aus Protest gegen Israels Krieg in Gaza. Aus Sicherheitsgründen war das »Heimspiel« Israels nach Ungarn verlegt worden, das Rückspiel am 4. Oktober soll in Bačka Topola (Serbien) stattfinden.
Israels Außenminister Gideon Sa’ar warf Irland vor, »auf der falschen Seite der Geschichte« zu stehen. Bei X verwies Saar vor dem Spiel auf die irische Mannschaft von 1939, die damals vor einem Spiel gegen Deutschland in Bremen den Hitlergruß gezeigt hatte.
In May 1939, the Irish national football team travelled to Bremen for a match against the German national team.
— Gideon Sa'ar | גדעון סער (@gidonsaar) September 27, 2026
In order to “honour the hosts,” the Irish players stood before kick-off and gave the Nazi salute as the German anthem “Deutschland über alles,” was played.
During… https://t.co/DvNoggEJim
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Sa’ar erinnerte zudem an Irlands Neutralität während des Zweiten Weltkriegs sowie daran, dass der damalige Premierminister Éamon de Valera dem deutschen Gesandten in Dublin nach dem Suizid von Adolf Hitler sein Beileid aussprach. »Fast 90 Jahre sind vergangen«, schrieb er: »Damals gaben sie den Nazigruß. Dieses Mal stehen sie auf der Seite des palästinensischen Terrorismus«, schrieb der Politiker. Über den schwarzen Armbinden der Iren wehe die »schwarze Flagge des Dschihadismus«.
Irischer Premier unterstützt Nationaltrainer
Die Austragung des Spiels war bis zuletzt ungewiss geblieben. In einer Teamsitzung stimmte die Mannschaft am Samstag aber doch gegen einen Boykott, zu dem in Irland mit zahlreichen Protesten aufgefordert worden war. Lediglich Torhüter Gavin Bazunu sagte seine Teilnahme ab und begründete dies mit der »Tötung unschuldiger Menschen«.
Irlands Nationaltrainer Heimir Hallgrímsson hatte bereits in der vergangenen Woche erklärt, einige seiner Spieler fühlten sich unwohl dabei, die Spiele bestreiten zu müssen. Er selbst sagte, seine Mannschaft spiele »gegen Völkermord«, was eine scharfe Reaktion des israelischen Fußballverbands (IFA) auslöste, der dem Isländer »Ignoranz, Heuchelei und Dummheit« vorwarf. Hallgrímsson erhielt daraufhin öffentlich Unterstützung vom irischen Premierminister Micheál Martin, der wiederum die Äußerungen des IFA als »inakzeptabel« bezeichnete und deren Rücknahme forderte.
Die Republik Irland gehört zu den stärksten Kritikern des Vorgehens des israelischen Militärs im Gazastreifen, das durch den Überfall der islamistischen Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 ausgelöst wurde. Seitdem ist Irland eines der Länder, die besonders deutlich ihre Unterstützung für die Palästinenser zum Ausdruck gebracht haben. 2024 hatte Irland gemeinsam mit Spanien und Norwegen einen unabhängigen Staat Palästina anerkannt.
