SpOn 25.11.2025
10:44 Uhr

Nasa streicht ISS-Flüge mit dem Boeing-Starliner


Wegen einer Panne beim Starliner saßen zwei Astronauten neun Monate im All fest. Nun hat die Nasa die Zahl der Missionen mit Boeings Kapsel reduziert. Der nächste Flug zur Raumstation wird zudem ohne Passagiere starten.

Nasa streicht ISS-Flüge mit dem Boeing-Starliner

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat die Zahl der Missionen mit Boeings Starliner-Raumkapsel von sechs auf vier reduziert und angekündigt, dass der nächste Flug zur Internationalen Raumstation ISS ohne Besatzung stattfinden wird. Die für April 2026 geplante Mission Starliner-1 werde nur Fracht transportieren, teilte die Nasa mit. Der Vertragswert sinke durch die Änderungen um 768 Millionen auf 3,732 Milliarden Dollar.

Die Entscheidung folgt auf technische Probleme bei der ersten bemannten Testmission im Jahr 2024, bei der mehrere Triebwerke des Antriebssystems während des Anflugs auf die ISS ausfielen. Zwei Astronauten mussten wegen der Panne neun Monate auf der Raumstation bleiben. Boeing erklärte, man bleibe dem Programm verpflichtet und teste das Antriebssystem intensiv für zwei mögliche Flüge im kommenden Jahr.

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Die Nasa hatte Boeing und SpaceX 2014 beauftragt, Raumkapseln für den Transport von US-Astronauten zu entwickeln. Während SpaceX mit seiner Dragon-Kapsel seit 2020 regelmäßig Astronauten befördert, gibt es bei Boeings Starliner seit Jahren Verzögerungen und technische Probleme. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben seit 2016 mehr als zwei Milliarden Dollar für das Programm ausgegeben.

Die US-Astronauten Barry Wilmore und Suni Williams waren im Juni 2024 zur ISS gekommen und sollten eigentlich nur rund eine Woche dort bleiben. Aufgrund von technischen Problemen mit ihrem Starliner-Raumschiff entschied die Nasa aus Sicherheitsgründen jedoch, sie mit einem Crew Dragon und erst rund neun Monate später wieder zur Erde zurückkehren zu lassen.

Im März 2025 gelangten die Astronauten zur Erde zurück. Nach ihrer Ankunft gaben die beiden an, dass sie selbst wieder mit dem Boeing-Raumschiff fliegen würden.

Drei chinesische Militärangehörige saßen ebenfalls im All fest. Lesen Sie hier mehr. 

svs/Reuters