Die US-Raumfahrtbehörde Nasa musste jüngst ihre Mondmission »Artemis 2« wegen eines Treibstofflecks an der Rakete verschieben . Möglicherweise kommen nun noch Probleme für die kommende Reise zur Internationalen Raumstation ISS hinzu.
Denn das US-Raumfahrtunternehmen SpaceX hat seiner Trägerrakete Falcon 9 ein vorläufiges Startverbot erteilt. Das könnte dazu führen, dass sich der nächste Abflug zur ISS verzögert. Denn der für den 11. Februar avisierte Start der Crew, mit dem die ISS-Besatzung wieder auf ihre Sollstärke aufgestockt würde, sollte eigentlich mit einer Falcon-9-Rakete erfolgen.
SpaceX hatte die Starts der Trägerraketen vorerst ausgesetzt, nachdem am Montag ein nicht näher benanntes Problem aufgetaucht war. »Beim heutigen Start der Falcon 9 mit Starlink-Satelliten traten an der zweiten Stufe während der Vorbereitung des Deorbit-Manövers Störungen auf«, schreibt SpaceX auf X . Die Rakete habe anschließend planmäßig funktioniert und die 25 Satelliten sicher in ihre vorgesehene Umlaufbahn gebracht. »Die Teams werten die Daten aus, um die Ursachen zu ermitteln und Korrekturmaßnahmen einzuleiten, bevor der Flugbetrieb wieder aufgenommen wird«, schreibt SpaceX.
Nur drei statt sieben Astronauten auf der ISS
Die US-Luftfahrtbehörde FAA untersuche den Vorfall, sagte Amit Kshatriya von der Nasa Medienberichten zufolge am Dienstag. Teams der Nasa seien auch an Untersuchungen beteiligt. Die Nasa plane, am 10. Februar mit den Vorbereitungen des Abflugs zu beginnen. »Aber auch das hängt wieder von der Entscheidung über die Wiederaufnahme der Flüge ab«, sagte Kshatriya. Die Nasa arbeite eng mit der FAA und SpaceX zusammen.
Der geplanten neuen Besatzung für die Internationale Raumstation gehören die US-Astronauten Jessica Meir und Jack Hathaway, die französische Astronautin Sophie Adenot sowie Andrej Fedjaew aus Russland an.
Derzeit befinden sich nur drei Astronauten auf der Station, nachdem im Januar eine vierköpfige Crew wegen eines medizinischen Notfalls vorzeitig nach Hause geholt wurde. Die Stammbesatzung der ISS besteht eigentlich aus sieben Personen.
- Projekt »Artemis 2« verschoben: Der Mond muss warten – weil die Nasa eine Katastrophe vermeiden will Eine Analyse von Christoph Seidler
- Rückholung von ISS-Besatzung: »Faule Menschen sind die besseren Raumfahrer« Ein Interview von Olaf Stampf
- Alexander Gerst oder Matthias Maurer: Wer fliegt für Deutschland zum Mond? Von Christoph Seidler
Am Dienstag war bereits die Mondmission »Artemis 2« vom Februar in den März verlegt worden. Während der Generalprobe war an der Rakete ein Leck am Tank festgestellt worden.
Astronauten sollten erstmals seit gut 50 Jahren zum Mond fliegen. Nun verzögert sich der historische Flug wegen Schwierigkeiten beim Tanken: Am Startplatz könnte ein explosives Gemisch entstehen. Mehr dazu lesen Sie hier.
