Kaum eine Woche nach dem bundesweiten Warnstreik im Nahverkehr hat die Gewerkschaft Ver.di erneut zu ganztägigen Streiks in bayerischen Städten aufgerufen. Das teilten sowohl die Gewerkschaft selbst als auch die betroffenen Verkehrsbetriebe mit.
In Bayreuth soll es bereits am Dienstag losgehen, am Mittwoch werde es dann München und Nürnberg treffen. Betroffen sind der Gewerkschaft zufolge U- und Straßenbahnen sowie Buslinien, die nicht von privaten Dienstleistern bedient werden. Die von der Bahn betriebene S-Bahn sowie Regionalbahnen sind demnach nicht betroffen.
Ver.di: Arbeitgeber sind Schuld an zweitem Streik
In Bayern fordert Ver.di unter anderem eine Entgeltsteigerung von 668,75 Euro und eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit. Die bayerischen Städte weisen das als zu teuer zurück.
Es ist der zweite Warnstreik in Bayern in der aktuellen Tarifrunde. Am vergangenen Montag hatte Ver.di bereits im Rahmen einer bundesweiten Aktion den Nahverkehr in mehreren größeren Städten teilweise lahmgelegt. Auch damals waren München und Nürnberg bereits betroffen.
2. Februar 2026: Geschlossener U-Bahnhof in München am
Foto:Wolfgang Maria Weber / IMAGO
Damit habe man Bewegung in die Tarifrunde bringen wollen, hieß es von der Gewerkschaft. Diese Hoffnung wurde allerdings enttäuscht: »Ein positives Signal seitens der Arbeitgeber hätte den zweiten Streiktag verhindert«, sagt der stellvertretende Landesbezirksleiter Sinan Öztürk. Dass es zwei Tage vor der zweiten Verhandlungsrunde nun erneut zum Warnstreik komme, sei »alleine der Tatsache geschuldet, dass die Arbeitgeber mit ihren Äußerungen überdeutlich machen, dass sie die Nöte der Beschäftigten nicht ernst nehmen«.
Der Kommunale Arbeitgeberverband Bayern (KAV) spricht von einer unverständlichen Eskalation. Die kommunalen Verkehrsunternehmen böten bereits jetzt attraktive Arbeitsbedingungen, Entgelte und Arbeitsplatzsicherheit. Zudem hätten die Arbeitgeber bereits am 19. Januar weitere Verbesserungen und eine Entgelterhöhung von mindestens 5 Prozent angeboten. In der angespannten Finanzlage der Kommunen führten übermäßige Steigerungen der Personalkosten zu höheren Fahrpreisen und reduziertem Angebot. Es gelte daher maßvoll mit öffentlichen Geldern umzugehen.
Was fährt in den Städten, und was nicht?
In Nürnberg werden die U- und Straßenbahnen stillstehen. Auch das übliche Angebot an Bussen werde entfallen, teilt die Verkehrs-Aktiengesellschaft (VAG) mit . Stattdessen setzen die Verkehrsbetriebe auf private Anbieter. Diese sollen auf 16 Buslinien auf Basis des nächtlichen Nightliner-Netzes unterwegs sein.
Auch die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) setzt auf Busse mithilfe privater Unternehmen. Allerdings sei hier nur ein stark eingeschränkter Betrieb möglich, zudem sei mit unregelmäßigen Abfahrten zu rechnen, schreibt die MVG . Bei der Tram und U-Bahn hänge das Angebot vom verfügbaren Personal ab, zum Fahren der Bahnen sowie in der Leitstelle.
Bayreuth versucht ebenfalls ein Grundangebot aufrechterhalten zu können, indem Busse von Partnerunternehmen zum Einsatz kommen.

