SpOn 25.01.2026
13:16 Uhr

Nach Tod von Touristin in Australien: Regierung lässt Dingos einschläfern


Die Obduktion einer auf K’gari tot aufgefundenen Kanadierin ergab, dass sie von Dingos gebissen worden sein könnte. Die Tiere gelten auf der australischen Insel als heilig, nun wurde begonnen, ein Rudel zu töten.

Nach Tod von Touristin in Australien: Regierung lässt Dingos einschläfern

Nach dem tragischen Tod einer 19-jährigen Touristin auf der australischen Insel K’gari lässt die Regierung des Bundesstaates Queensland ein Rudel Dingos töten. Die Tiere stellten nach Behördenangaben ein »inakzeptables Risiko für die öffentliche Sicherheit« dar. Sie würden »entfernt und tierschutzgerecht eingeschläfert«, erklärte Umweltminister Andrew Powell laut einem Bericht des »Guardian«  am Sonntag.

Die Gruppe von zehn Tieren war mit dem Tod der Kanadierin am Montag in Verbindung gebracht worden. Die junge Frau wurde an einem Strand gefunden, der als beliebte Touristenattraktion gilt. Zwei Männer, die dort unterwegs waren, hatten der Polizei berichtet, Dingos in der Nähe der Leiche gesehen zu haben.

Eine Autopsie, deren Ergebnisse am Freitag bekannt wurden, ergab sowohl Hinweise auf Ertrinken als auch Verletzungen, bei denen es sich um Dingo-Bisse gehandelt haben könnte. Die Bisse vor dem Tod seien jedoch wahrscheinlich nicht die unmittelbare Todesursache gewesen, hieß es weiter.

Heilige Tiere

Auf der Insel K’gari, früher als Fraser Island bekannt, leben Schätzungen zufolge rund 200 Dingos. Forscher sind uneins darüber, ob es sich dabei um eine eigene Art oder eine Unterart von Hund oder Wolf handelt. Für die indigene Bevölkerung, die Butchulla, sind die Tiere heilig. Sie werden von ihnen Wongari genannt und sind Bestandteil des Weltkulturerbes der Insel.

Das betreffende Rudel war den Behördenangaben zufolge eine Woche lang von Rangern beobachtet worden. Diese hätten ein aggressives Verhalten bei den Tieren festgestellt.

Eine Sprecherin der indigenen Bevölkerung, der der Nationalpark K’gari gehört, kritisierte die Entscheidung und sprach von »Ausmerzung«. Sie sei fassungslos darüber, dass sie zu dieser Entscheidung nicht befragt worden seien, sagte Christine Royan von der Butchulla Aboriginal Corporation. »Diese Regierung hat keinerlei Respekt vor den First Nations. Das ist eine Schande.« Die ersten sechs Tiere waren bereits am Samstag getötet worden.

Dingoangriffe wurden in den vergangenen Jahren häufiger. Die Butchulla und Naturschützer machen dafür den Übertourismus auf der Insel verantwortlich.

gro