SpOn 06.01.2026
17:33 Uhr

Nach Stromausfall in Berlin: Generalbundesanwalt ermittelt wegen Terrorverdachts


Nach dem Anschlag auf das Berliner Stromnetz hat nach SPIEGEL-Informationen die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Den mutmaßlich linksextremen Tätern wird die Mitgliedschaft in einer Terrorgruppe vorgeworfen.

Nach Stromausfall in Berlin: Generalbundesanwalt ermittelt wegen Terrorverdachts

Wenige Tage nach dem Brandanschlag auf die Stromversorgung der deutschen Hauptstadt hat Generalbundesanwalt Jens Rommel die Ermittlungen in dem Fall an sich gezogen. Das erfuhr der SPIEGEL aus Sicherheitskreisen.

Gegen die bislang unbekannten Täter bestehe unter anderem der Anfangsverdacht der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, der verfassungsfeindlichen Sabotage sowie der Störung öffentlicher Betriebe , hieß es.

Am Morgen des 3. Januar war an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal ein Feuer ausgebrochen, das wichtige Versorgungsleitungen zerstörte. Der Brand führte zu einem Stromausfall im Südwesten Berlins, von dem in der Spitze mehr als 45.000 Haushalte betroffen waren. Der Blackout umfasste auch Pflegeeinrichtungen für alte und kranke Menschen.

Bekennerschreiben einer »Vulkangruppe«

Wenig später verschickten anonyme Urheber, die sich als »Vulkangruppe: Den Herrschenden den Saft abdrehen«  bezeichneten, ein Bekennerschreiben. Demnach sollte das Ziel ihres Anschlags ein Gaskraftwerk in Berlin-Lichterfelde sein, um »die Ausbeutung der Erde zu unterbrechen«. Der Angriff sei ein »ein Akt der Notwehr und der internationalen Solidarität mit allen, die die Erde und das Leben schützen«. Weiter hieß es: »Stromausfälle waren nicht Ziel der Aktion, sondern die fossile Energiewirtschaft. Bei den weniger wohlhabenden Menschen in dem Südwesten Berlins entschuldigen wir uns. Bei den vielen Besitzern von Villen in diesen Stadtteilen hält sich unser Mitleid in Grenzen«.

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Sogenannte Vulkangruppen, die von den Sicherheitsbehörden im militant-anarchistischen Spektrum verortet werden, beschäftigen die Ermittler schon seit Jahren. (Lesen Sie hier , was über die »Vulkangruppen« bekannt ist.)

Keiner der von den mutmaßlichen Linksextremisten für sich reklamierten Anschläge, etwa 2024 auf einen Strommast in Brandenburg, konnte bislang aufgeklärt werden. Auch in diesem Fall ermittelt die Bundesanwaltschaft unter anderem wegen Terrorverdachts. Der Anschlag hatte zwischenzeitlich das Werk des Autobauers Tesla in Grünheide lahmgelegt.

srö