Nach dem Rücktritt der Louvre-Direktorin Laurence des Cars soll der erfahrene Kunsthistoriker Christophe Leribault die Leitung des krisengeplagten Museums übernehmen. Wie eine Sprecherin bestätigte, wurde er von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zum neuen Direktor ernannt. Er tritt einen der wichtigsten Kulturjobs Frankreichs an – im meistbesuchten Museum der Welt.
Bisher ist Christophe Leribault Chef des berühmten und von Millionen besuchten Schloss Versailles bei Paris, nachdem ihm zuvor schon die Leitung des Musée d'Orsay übertragen worden war. Einen Namen machte sich Leribault vor allem als Direktor des Petit Palais in Paris, dem der Kunsthistoriker von 2012 bis 2021 vorgestanden hatte. Schon 2018 lobte die »FAZ«, unter Leribault habe das Museum »eine stetig wachsende Attraktivität gewonnen«.
Ex-Direktorin des Cars, Präsident Macron: Louvre-Chefin mitverantwortlich für den spektakulären Diebstahl
Foto: Bertrand Guay / AFP / dpaVor der Ernennung von Laurence des Cars zur Louvre-Chefin war Christophe Leribault bereits zum Favoritenkreis für den Posten gezählt worden. Schließlich hatte er vor Jahren schon in der Grafiksammlung des Louvre gearbeitet.
Der Rücktritt von des Cars erfolgte knapp eine Woche nach der Vorlage des Berichts einer parlamentarischen Untersuchungskommission zum »Jahrhundertdiebstahl« französischer Kronjuwelen aus dem Louvre vor vier Monaten. In dem Bericht war die Leitung des Louvre-Museums mitverantwortlich für den spektakulären Diebstahl gemacht worden. »Es gibt eine Liste von Versäumnissen, die in anderen Ländern und Einrichtungen längst zu Rücktritten geführt hätten«, erklärte Kommissionschef Alexandre Portier offenbar mit Blick auf die Louvre-Chefin.
Am 19. Oktober hatten vier Männer mit einfachen Mitteln einen Teil der französischen Kronjuwelen im Materialwert von 88 Millionen Euro aus dem Louvre gestohlen – der ideelle Verlust ist noch größer. Die Beute wurde bis heute nicht gefunden. Lesen Sie hier mehr über die gestohlenen Schmuckstücke.
Nach dem Diebstahl ist das Museum immer wieder erneut in negative Schlagzeilen geraten, unter anderem wegen mehrerer Wasserschäden, Streiks und des Verdachts auf massiven Ticketbetrug, durch den dem Louvre ein Schaden in Höhe von zehn Millionen Euro entstanden sein soll.
Die von vielen Seiten angefeindete Museumsdirektorin hatte direkt am Tag nach dem Einbruch ihren Rücktritt angeboten, was Kulturministerin Rachida Dati damals aber ablehnte. Macron nahm ihn nun jedoch an.
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Der Louvre gehört zu den Pariser Wahrzeichen. Mit Kunstwerken wie der Mona Lisa von Leonardo da Vinci zieht das riesige Museum jährlich rund neun Millionen Besucher und Besucherinnen an.
