SpOn 06.03.2026
11:02 Uhr

NRW: AfD-Jugend als rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestuft


Der Verfassungsschutz in Nordrhein-Westfalen hat die neue Jugendorganisation der AfD als rechtsextremistischen Verdachtsfall eingestuft. Es handele sich um die Vorgängerorganisation, nur mit neuem Namen.

NRW: AfD-Jugend als rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestuft

Die neu gegründete AfD-Jugendorganisation in Nordrhein-Westfalen ist vom NRW-Verfassungsschutz als rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestuft worden. Das teilte das Landesinnenministerium mit.

Begründet wurde die Entscheidung damit, dass es sich beim NRW-Verband der Generation Deutschland (GD NRW) im Kern um die vorangegangene Organisation handele, diese habe lediglich einen neuen Namen, sagte Innenminister Herbert Reul (CDU).

Es bestünden demnach »gewichtige Anhaltspunkte« dafür, dass es sich bei der Generation Deutschland NRW de facto um eine Fortführung des Personenzusammenschlusses Junge Alternative NRW (JA NRW) handele, der sich im März 2025 formell aufgelöst hatte. Auch die Junge Alternative NRW war vom Landesverfassungsschutz 2023 als rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestuft worden.

Junge Alternative 2025 bundesweit aufgelöst

Die Einstufung der Junge Alternative als rechtsextremistischer Verdachtsfall hatte der NRW-Verfassungsschutz seinerzeit damit begründet, dass der Landesverband ideologisch auf einen Kurs eingeschwenkt sei, der durch ein »völkisch-ethnisches Volksverständnis und Fremdenfeindlichkeit« geprägt gewesen sei. Insbesondere sei es darum gegangen, Menschen mit Migrationsgeschichte und Muslime auszugrenzen und verächtlich zu machen.

Die Junge Alternative hatte sich im Frühjahr 2025 bundesweit aufgelöst, die Nachfolgeorganisation Generation Deutschland ist sehr viel enger an die AfD angebunden, da sie , anders als die Junge Alternative, kein eigenständiger Verein ist. Die Parteijugend ist nun Teil der Partei – nur AfD-Mitglieder können in der GD sein – weshalb es vom Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) keine eigene Einstufung der Nachwuchsorganisation mehr gibt. Sie wird somit als Teil der Gesamtpartei vom BfV als rechtsextremistischer Verdachtsfall bearbeitet.

Reul: »Unsere Sicherheitsbehörden wissen sehr genau, mit wem sie es zu tun haben«

Die im Januar gegründete Generation Deutschland NRW folge nach Bekundungen von Führungspersonen der Agenda der früheren Jungen Alternative NRW, so das Innenministerium. »Darüber hinaus gibt es ein hohes Maß an personeller Kontinuität in den Führungspositionen der JA NRW und der GD NRW.«

»Wer glaubt, mit der Generation Deutschland hätte sich was geändert, täuscht sich«, sagte Reul. »Unsere Sicherheitsbehörden wissen sehr genau, mit wem sie es zu tun haben, und lassen sich durch ein neues Label nicht vom Inhalt ablenken.«

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Laut dem NRW-Verfassungsschutzgesetz besteht bei Vorliegen von tatsächlichen Anhaltspunkten für den Verdacht auf verfassungsfeindliche Bestrebungen die gesetzliche Pflicht zur Beobachtung durch den Verfassungsschutz. Diese Voraussetzungen seien wie bei der Vorgängerorganisation auch bei der Generation Deutschland NRW gegeben.

jmm/dpa