SpOn 06.02.2026
14:19 Uhr

NDR: »Extra 3« streicht umstrittenen Grönland-Beitrag


Wie macht man Witze über Trumps Ansprüche auf Grönland? Die Satiriker von »Extra 3« versuchten es mit einer Aktion vor Ort – und machten sich damit keine Freunde. Statt des Clips sendete der NDR nun eine Entschuldigung.

NDR: »Extra 3« streicht umstrittenen Grönland-Beitrag

Eigentlich gibt es am Ende der Satiresendung »Extra 3« immer noch eine Schlusspointe, aber an diesem Donnerstagabend kam es anders : Statt eines Beitrags mit dem Comedian Maxi Schafroth im grönländischen Nuuk sendete man eine mehrere Minuten dauernde Erklärung von Moderator Christian Ehring, warum ebendieser Beitrag nicht zu sehen ist. Auch Schafroth kam in Einspielern zu Wort – und sowohl er als auch Ehring entschuldigten sich für den missglückten Versuch, auf der Insel für den NDR einen Satirefilm zu drehen.

Hintergrund ist eine Aktion Schafroths vor dem Kulturzentrum in Nuuk: Der Comedian gab dort Ende Januar offenbar vor, Vertreter der US-Regierung zu sein und führte Interviews mit den verblüfften Inselbewohnern. Auch eine US-Flagge wollte Schafroth hissen. Auf Videos in sozialen Medien ist zu sehen, wie mutmaßliche Mitarbeiter des Kulturzentrums ihn aufhalten.

»Rücksichtloses Verhalten«

Die Bürgermeisterin des Verwaltungsbezirks Kommuneqarfik Sermersooq, zu dem Nuuk gehört, zeigte sich anschließend empört. Es handele sich um »rücksichtsloses Verhalten, das in einer Gemeinschaft passiert, die bereits unter psychologischem Druck steht«, schrieb Avaaraq Olsen auf Facebook . Konsequenz der Aktion waren nicht nur empörte Reaktionen der Menschen in Grönland, sondern auch ein Bußgeld, wie der NDR seinerzeit dem SPIEGEL bestätigte.

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Schafroht erklärte nun, er habe selbst schnell gemerkt, »dass wir uns da vergriffen haben«. Allerdings seien solche Drehs schwer planbar, lebten von Improvisation und Spieltrieb. »Und da haben wir den Spieltrieb etwas übertrieben.« Schafroth betonte weiter, dass Bürgermeisterin Olsen eine Entschuldigung des Teams bereits angenommen habe. Das sei ihm »wahnsinnig wichtig«.

Moderator Christian Ehring sagte zudem: »Wir haben den Fehler gemacht, dass wir eine Insel, die einer akuten Bedrohung ausgesetzt ist, als Kulisse benutzt haben für unsere Kritik an den USA.« Das hätte dem Team der Sendung eigentlich vorher klar sein können. Er schloss mit den Worten: »In dem Fall muss man sagen, dass Satire und Realität eben näher beieinanderliegen als die USA und Grönland.«

Also gab es dann doch noch eine Schlusspointe.

sol