SpOn 11.12.2025
12:26 Uhr

Myanmar: Mehr als 30 Tote bei Luftangriff auf Krankenhaus


Ein Kampfflugzeug der Militärjunta hat ein Krankenhaus bombardiert. Es ist die jüngste Eskalation eines Konfliktes zwischen der Armee und lokalen Milizen ethnischer Minderheiten in Myanmar.

Myanmar: Mehr als 30 Tote bei Luftangriff auf Krankenhaus

In Myanmar sind bei einem Luftangriff der Armee auf ein Krankenhaus mehr als 30 Menschen getötet worden. Ein Kampfflugzeug habe das Krankenhaus von Mrauk U im westlichen Teilstaat Rakhaing am Mittwochabend bombardiert, sagte der Entwicklungshelfer Wai Hun Aung. Mindestens 68 Menschen seien verletzt worden, auch diese Zahl werde steigen.

Der Sprecher einer örtlichen Miliz bestätigte den Angriff. »Das Krankenhaus von Mrauk U wurde vollständig zerstört«, sagte er. Ein Sprecher der Militärjunta war zunächst nicht zu erreichen.

Kämpfe zwischen Militärjunta und ethnischen Minderheiten

Die Klinik mit ihren 300 Betten war einer örtlichen Pflegekraft zufolge zum Zeitpunkt des Angriffs mit Patienten überfüllt gewesen, da die meisten anderen Gesundheitseinrichtungen in der umkämpften Region geschlossen sind. Ein Anwohner erklärte, er sei nach den Explosionen zum Ort des Geschehens geeilt. »Als ich ankam, brannte das Krankenhaus«, sagte er. »Ich sah viele Leichen und viele Verletzte.«

Die südostasiatische Menschenrechtsorganisation APHR, in der sich aktive und ehemalige Parlamentarier mehrerer Länder engagieren, verurteilte am Donnerstag die Attacke der Militärjunta. Die Bombardierung der Klinik sei ein »vorsätzliches Massaker« an schutzlosen Zivilisten. Dass die Gräueltat ausgerechnet am internationalen Tag der Menschenrechte begangen worden sei, zeige die Unmenschlichkeit der Militärjunta.

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Das Militär in Myanmar hatte 2021 die Regierung von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi gestürzt. Seither liefert sich die Armee Kämpfe mit Oppositionellen und bewaffneten Gruppen ethnischer Minderheiten. In Rakhaing herrscht ein blutiger Konflikt mit der Arakan-Armee, die für mehr Autonomie in dem Teilstaat kämpft, woran sich auch Mitglieder der Minderheit der Rohingya beteiligen.

Die Rebellen haben Rakhaing inzwischen fast vollständig unter ihre Kontrolle gebracht. Weil die Junta für Ende Dezember Wahlen angekündigt hat, will sie bis dahin so viele Gebiete der Widerstandsmilizen zurückerobern wie möglich. Die Ankündigung von Wahlen ohne Oppositionsparteien wird international weitgehend als Farce betrachtet.

sei/AFP/KNA/Reuters