Es begann mit einem Sturz, später kribbelten die Zehen, dann musste sie plötzlich im Rollstuhl zu Dreharbeiten gebracht werden: Die Krankheit Multiple Sklerose hat das Leben der Schauspielerin Christina Applegate, 54, aus den Fugen gebracht. Dinge, die für gesunde Menschen völlig normal sind, sind für Applegate eine Herausforderung – und gleichzeitig der Höhepunkt ihres Tages.
Multiple Sklerose ist eine bisher unheilbare Erkrankung des Nervensystems, bei der Entzündungen im Rückenmark und Gehirn auftreten. Der Verlauf ist höchst unterschiedlich und nicht vorhersehbar, wobei die Krankheit teils schubförmig auftritt, teils stetig fortschreitet. Für Christina Applegate, bekannt durch ihre Rolle als Kelly Bundy in der Sitcom »Eine schrecklich nette Familie«, ist deswegen ihr Schlafzimmer zu einem Zufluchtsort geworden, berichtet das »People«-Magazin . Wegen der Schmerzen verbringe sie einen Großteil ihres Tages im Bett.
»Mein Leben ist nicht mit einer Schleife verziert«
Trotzdem kümmert Applegate sich um ihre Tochter, sie will es sich nicht nehmen lassen, die 15-Jährige zur Schule zu bringen. »Ich möchte sie fahren, das mache ich am liebsten. Es ist die einzige Zeit, die wir allein miteinander verbringen können«, sagt Applegate laut »People«: »Ich sage mir: ›Bring sie einfach sicher hin und komm nach Hause, damit du wieder ins Bett kannst.‹ Und genau das tue ich.«
Zu Hause hatte Applegate in den vergangenen Jahren viel Zeit, um über ihre Vergangenheit nachzudenken. Über die Kindheit mit ihrer alleinerziehenden und heroinabhängigen Mutter, über Belästigung und Missbrauch, persönliche Erfahrungen mit Brustkrebs und ihre Multiple-Sklerose-Erkrankung.
»Mein Leben ist nicht mit einer Schleife verziert«, sagte Applegate. Das will sie in ihrer Autobiografie »You With The Sad Eyes« erzählen. »Das Leben eines Menschen ist, entschuldigen Sie den Ausdruck, manchmal einfach beschissen. Deshalb bin ich so ehrlich und unverblümt wie möglich.«
- Nach MS-Diagnose: Christina Applegate durchlebte »echt ätzende Depression«
- Gründerin einer MS-Selbsthilfeplattform: »Ohne meine Erkrankung hätte ich wohl nie den Mut gehabt« Aufgezeichnet von Claudia Minner
- Car-T-Zellen gegen Autoimmunerkrankungen: Beginnt ein neues Kapitel der Medizingeschichte? Von Johann Grolle
Womöglich könne ihr Buch Menschen inspirieren, meinte Applegate: »Wir alle kommen von irgendwoher, manche Orte sind schmerzhafter als andere, und es kommt darauf an, was man daraus macht.«
