Der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC), Wolfgang Ischinger, hat sich zur Eröffnung des Treffens einen Spaß erlaubt und an den fast schon legendären Sonnenbrillenauftritt von Frankreichs Staatspräsidenten Emmanuel Macron erinnert.
»Lassen Sie mich versuchen, etwas leichter in dieses Thema einzusteigen«, sagte Ischinger. »Ich denke, was vor ein paar Wochen in Davos passiert ist, das muss nicht unbedingt in Davos bleiben, also werde ich diese für einen Moment aufsetzen.« Und damit griff der 79-Jährige zu einem verspiegelten Sonnenbrillenmodell.
Macron hatte die Sonnenbrille am Rednerpult beim Weltwirtschaftsforum in Davos vor einigen Wochen getragen – wegen einer Augenentzündung. Der Auftritt löste einen regelrechten Hype aus, die Bilder wurden zigtausendfach geteilt, die Brille war schnell ausverkauft. Und auch US-Präsident Donald Trump nahm darauf Bezug: »Ich habe ihn gestern mit dieser schönen Sonnenbrille gesehen. Was zum Teufel ist passiert?«, meinte der US-Präsident in seiner Rede in Davos zu Macrons Auftritt am Vortag. In Frankreich scherzte so mancher, Macron habe wie Tom Cruise daherkommen wollen, der im Film »Top Gun« eine ähnliche Brille getragen habe.
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Nach dem Scherz zum Auftakt wurde Ischinger ernster. Die Konferenz finde in einer Zeit statt, in der die Sorgen um die globale Sicherheit weiter wachsen. In der mehr als 60-jährigen Geschichte der MSC habe es »noch nie so viele fundamentale Herausforderungen und auch sehr blutige Kriege in Europa, um Europa und auch auf der ganzen Welt« gegeben.
Zur MSC werden über tausend Teilnehmer aus aller Welt erwartet, unter ihnen mehr als 60 Staats- und Regierungschefs sowie rund hundert Außen- und Verteidigungsminister. Die US-Delegation wird in diesem Jahr von Außenminister Marco Rubio angeführt, zudem werden mehr als 50 Mitglieder des US-Kongresses in München erwartet. Auf der Teilnehmerliste stehen unter anderem auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, Chinas Außenminister Wang Yi, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Nato-Generalsekretär Mark Rutte.
