Johann Wadephul (CDU)
Kay Nietfeld / dpa
Bundesaußenminister Johann Wadephul hat die Rede seines Amtskollegen, des US-Außenministers Marco Rubio, auf der Münchner Sicherheitskonferenz gelobt. »Das war die Rede, die ich erwartet habe«, sagte Wadephul in einer Podiumsdiskussion auf der Konferenz. Über Rubio selbst sagte er: »Wir wissen, dass er ein echter Partner ist.« Mit Blick auf Rubios Ausführungen zur gemeinsamen Geschichte Europas und der USA ergänzte Wadephul: »Und natürlich haben wir eine gemeinsame Basis.«
Lars Klingbeil (SPD)
Für Vizekanzler Lars Klingbeil ist der versöhnliche Ton von Rubios Rede kein Grund, sich zufrieden zurückzulehnen. Zwar sei der Auftritt »sehr verbindlich« und »sehr diplomatisch« gewesen, sagte der Finanzminister und SPD-Chef unmittelbar nach der Rede der Nachrichtenagentur dpa. Trotzdem gebe es aktuell viele Punkte im transatlantischen Verhältnis, die nicht gemeinsam laufen. »Und deswegen wäre das Falscheste, was jetzt passieren kann, dass die Europäer sich zufrieden zurücklehnen und sagen: Jetzt ist wieder alles gut.« Europa müsse weiter an den eigenen Stärken arbeiten, betonte Klingbeil. Die neue Tonlage der USA wertete er als Ergebnis des entschlossenen Kurses der Europäer gegenüber den USA, zum Beispiel in der Grönlandfrage.
Britta Haßelmann (Grüne)
Die Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann äußerte sich kritischer: »Nur, weil die Rede von Marco Rubio freundlicher im Ton ist als das, was wir von JD Vances Auftritt bei der MSC 2025 in Erinnerung haben, ist dadurch nichts in Ordnung in den so wichtigen transatlantischen Beziehungen und Europa«, sagte sie der Nachrichtenagentur AFP. »Trump und seine Administration brechen das Völkerrecht, drohen Nato-Partnern, verlassen internationale Organisationen.« Für Trump zählten nur die eigenen Interessen. »Europa muss darauf eine selbstbewusste, eigenständige und gemeinsame Antwort geben«, forderte sie. Dazu brauche Europa eine gemeinsame Transatlantik-Strategie.
Norbert Röttgen (CDU)
Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen hat die Rede von Rubio verhalten positiv gewertet. Dieser habe »einen Rahmen geschaffen, in dem über die Meinungsverschiedenheiten im transatlantischen Verhältnis gesprochen werden kann«, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag gegenüber dpa. Die Rede habe allerdings alle konkreten politischen Themen ausgelassen, sagte Röttgen. Rubio habe stattdessen die historische Verbindung und die gemeinsamen Erfolge der USA und der Europäer betont. »Positiv war, dass er die Untrennbarkeit des Schicksals der USA und Europas hervorgehoben hat«, ergänzte der CDU-Politiker.
Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP)
Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Europäischen Parlament, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), hat davor gewarnt, Rubios Rede als Entspannungssignal für die transatlantischen Beziehungen zu begreifen. »Es war eine vergiftete Liebeserklärung«, sagte Strack-Zimmermann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. »An dieser Rede war überhaupt nichts beruhigend.« Rubio habe zwar einen anderen Ton gewählt als US-Vizepräsident JD Vance bei der Sicherheitskonferenz vor einem Jahr. Aber er habe eine Welt beschworen, »die nicht unsere ist«. Trumps MAGA-Bewegung wolle nicht nur die USA verändern. Sie wolle vielmehr eine Welt ohne wertebasierte Regeln, wie in den 1920er- und 1930er-Jahren, »wo man sich überfällt, wo man Grenzen verschiebt«. Die kollektive Erleichterung, die in dem großen Applaus für die Rede zum Ausdruck gekommen sei, »ist ein Trugschluss«, warnte Strack-Zimmermann.