SpOn 14.02.2026
10:11 Uhr

Münchner Sicherheitskonferenz: Rubio betont Zusammenhalt von USA und Europa


US-Außenminister Marco Rubio betont in München den Zusammenhalt zwischen den USA und Europa. Wolfgang Ischinger, Chef der Sicherheitskonferenz, äußert sich erleichtert.

Münchner Sicherheitskonferenz: Rubio betont Zusammenhalt von USA und Europa

US-Außenminister Marco Rubio machte in seiner Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) deutlich: Die USA und Europa gehören zusammen. Man sei Teil einer Zivilisation und durch tiefe kulturelle und historische Bande verbunden. Doch US-Präsident Donald Trump erwarte Gegenseitigkeit, so Rubio. Im Zweifel würden die USA ihre Zukunft allein bestreiten. Die Präferenz sei aber, »es mit Europa zusammen zu machen«. Er sagte weiter: »Wir wollen, dass Europa stark ist. Wir glauben, dass Europa überleben muss.« Die USA würden immer »Kinder Europas bleiben«.

In einer »Zeit, in der Schlagzeilen das Ende der transatlantischen Ära verkünden«, solle allen klar sein, dass dies weder das Ziel noch der Wunsch der USA sei, sagte Rubio. Zudem mahnte er erneut eine Stärkung ‌der europäischen Verteidigung an. Washington ​wolle ‌keine schwachen Verbündeten. Die Partner müssten in der Lage sein, sich selbst zu verteidigen, damit kein Gegner es wage, ‌das Bündnis auf die Probe zu stellen. Gemeinsames Handeln werde helfen, zu ‌einer vernünftigen Außenpolitik zurückzukehren ​und den ‌Weg in ein »neues Jahrhundert ‌des Wohlstands« ​zu ebnen.

Gleichzeitig widersprach Rubio Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) – als er sagte, man habe sich »getäuscht«, »den freien, unregulierten Handel umarmt« und sich einem angeblichen »Klimakult« verschrieben. Die USA und Europa hätten ihre Türen für eine angebliche »Welle der Massenmigration« geöffnet. Rubio sprach von »Fehlern, die man gemeinsam begangen habe«. Merz, der während Rubios Rede nicht im Saal saß, hatte sich am Vortag gegen Protektionismus und Strafzölle ausgesprochen. Mit Blick auf Verteidigung betonte der Kanzler, dass Europa unabhängiger werden müsse – ohne sich von den USA als Partner loszusagen. (Lesen Sie hier mehr zu Merz’ Rede .)

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Kritik an Russland und Uno

Rubio bekam für seine versöhnlichen Sätze zwischenzeitlich immer wieder Applaus. Zuvor war spekuliert worden, ob Rubio wie US-Vizepräsident JD Vance im vergangenen Jahr gegen Europa austeilen oder sich wohlwollend an die Bündnispartner wenden würde. (Lesen Sie hier mehr zum Vances Auftritt  im Jahr 2025.) MSC-Chef Wolfgang Ischinger, der die Konferenz eröffnet hatte, sagte zu Rubio nach dessen Rede: »Ich weiß nicht, ob Sie das erleichterte Seufzen im Saal gehört haben?«

Im Gespräch mit Ischinger äußerte sich der US-Außenminister auch zu den Verhandlungen über einen Frieden in der Ukraine: »Wir wissen nicht, ob die Russen es ernst meinen mit der Beendigung des Krieges.« Es sei unklar, unter welchen Bedingungen Russland zu einem Kriegsende bereit wäre, und ob sich Bedingungen finden ließen, die auch für die Ukraine akzeptabel seien, so Rubio. Den Vereinten Nationen warf er vor, bei der Lösung internationaler Konflikte »praktisch keine Rolle« zu spielen.

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Im Anschluss an Rubio waren unter anderem Reden von Chinas Außenminister Wang Yi, Ursula von der Leyen und Keir Starmer geplant.

atr/dpa/Reuters