SpOn 11.12.2025
09:12 Uhr

München: »Weihnachtsmänner« verteilen rechtsextreme Flyer in U-Bahn


In der Münchner U-Bahn sollen sich Aktivisten der »Identitären Bewegung« als Weihnachtsmänner verkleidet und rassistische Flugblätter verteilt haben. Der Staatsschutz ermittelt wegen Volksverhetzung.

München: »Weihnachtsmänner« verteilen rechtsextreme Flyer in U-Bahn

Mutmaßliche Anhänger einer Untergruppe der »Identitären Bewegung« sollen sich als Weihnachtsmänner verkleidet und in der Münchner U-Bahn rechtsextreme Flugblätter verteilt haben.

Nach Angaben der Polizei stiegen die Mitglieder am Dienstagabend am Odeonsplatz in eine U-Bahn der Linie U6 ein und gaben dort fiktive »Bordkarten« für »Asylanten und illegale Migranten« aus. Auch »Von Deutschland ins Heimatland« stand darauf. Zeugen meldeten sich daraufhin bei der Polizei.

Die Aktion wird einer Sprecherin zufolge der »Lederhosen Revolte« zugeschrieben, die der bayerische Verfassungsschutz der rechtsextremen »Identitären Bewegung« (IB) zurechnet. Der Staatsschutz übernahm die Ermittlungen und prüft der Polizeisprecherin zufolge den Verdacht der Volksverhetzung.

»Lederhosen Revolte« fiel bereits mehrfach auf

Bei der »Identitären Bewegung« handelt es sich um eine rechtsextreme Bewegung, die rassistische und islamfeindliche Positionen vertritt und immer wieder mit Protestaktionen auf sich aufmerksam macht. In Deutschland wird die Gruppe vom Verfassungsschutz beobachtet. Die IB sieht sich selbst als »patriotische Jugendbewegung«. Sie sei mit regionalen Untergruppen bundesweit aktiv und nutze intensiv die sozialen Medien, schreiben die Verfassungshüter.

Für die Bewegung ist laut Verfassungsschutz allein die ethnische Herkunft maßgeblich für die Zugehörigkeit zum »deutschen Volk«. Jedes Volk soll nach der Denkart ausschließlich auf dem eigenen Territorium leben und auf diese Weise seine Identität bewahren. Die Identitären fordern unter dem Schlagwort »Remigration« die Um­kehrung von Migrationsbewegungen.

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Die Gruppe »Lederhosen Revolte« fiel in Bayern bereits mehrfach auf. 2023 führten Mitglieder in München eine Protestaktion durch, mit der nach Angaben der Bayerischen Informationsstelle gegen Extremismus Geflüchteten pauschal kriminelle Neigungen zugeschrieben werden sollten.

boc/dpa