SpOn 06.12.2025
09:40 Uhr

München: Richter zeigt offenbar Verständnis für Trumps Anti-Somalier-Tirade


Das Verhalten eines somalischen Zeugen gefiel ihm nicht: In einem Prozess in München hat sich der Richter laut einem Medienbericht zu einer bedenklichen Aussage hinreißen lassen.

München: Richter zeigt offenbar Verständnis für Trumps Anti-Somalier-Tirade

Bei einem Mordprozess in München ist es laut einem Bericht der »Süddeutschen Zeitung«  zum Eklat gekommen: Als ein somalischer Zeuge kurze Fragen des Richters nicht beantwortet habe und es zu Problemen bei der Übersetzung gekommen sei, habe der Richter Verständnis für die Ausfälle des US-Präsidenten Donald Trump gegenüber Somaliern gezeigt. Trump hatte sich zuletzt menschenverachtend über Somalier geäußert  und diese pauschal als »Müll« bezeichnet.

»Ich kann die Aussage von Trump langsam echt nachvollziehen«, soll der Vorsitzende Richter am Landgericht München I, Markus Koppenleitner, gesagt haben, so erinnert sich laut »Süddeutsche« Strafverteidiger Adam Ahmed, der bei dem Prozess mit seinem Kollegen Ömer Sahinci den polnischen Angeklagten Rafal P. Ahmed verteidigt. Es geht dabei um einen möglichen Mord im Alten Botanischen Garten.

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Das Münchner Gericht bestätigte den Vorgang gegenüber der »Süddeutschen Zeitung« im Wesentlichen, stellt den Wortlaut aber etwas anders dar. Laut dem Pressesprecher habe Koppenleitner »nach seiner Erinnerung sinngemäß« gesagt: »Mein Gott, wenn ich mir das anhöre, kann ich manchmal schon Äußerungen von Herrn Trump verstehen, wenn sich dieser zu kulturellen Unterschieden und Schwierigkeiten deswegen äußert.«

Die Verteidigung habe nach dem Vorfall einen Befangenheitsantrag gegen den Richter und seine beiden Kolleginnen gestellt, berichtet die Zeitung. Der Richter habe womöglich Vorbehalte gegen Menschen ausländischer Herkunft.

Einen Tag nach dem Vorfall vom Mittwoch zeigte sich Richter Koppenleitner laut dem Zeitungsbericht einsichtig. Die Aussage tue ihm leid, habe er während der Verhandlung gesagt.

nis