SpOn 06.03.2026
11:52 Uhr

München: Dieter Reiter verwendet »N-Wort« im Stadtrat


Der Münchner Oberbürgermeister Reiter hat einen rassistischen Begriff reproduziert. Es sei ein Zitat eines bayerischen Kabarettisten, das ihm »spontan über die Lippen gekommen sei«, sagte der SPD-Politiker und bat um Entschuldigung.

München: Dieter Reiter verwendet »N-Wort« im Stadtrat

Kurz vor der Oberbürgermeisterwahl in München hat Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD) im Stadtrat das »N-Wort« verwendet. In der Vollversammlung am Mittwoch sagte er beim Blättern in Unterlagen: »So, wo samma, sagen die…«, wie auf der Aufzeichnung der Sitzung zu sehen und hören ist. Mit dem Begriff »N-Wort« wird heute eine früher gebräuchliche rassistische Bezeichnung für Schwarze umschrieben. Zuvor hatte »Hallo München«  über den Vorfall berichtet.

Reiter bat in einer schriftlichen Stellungnahme um Entschuldigung: »Bei der Äußerung handelt es sich um ein Zitat aus einem Stück des Künstlers Fredl Fesl, das mir spontan über die Lippen kam bei der Frage, wo wir uns in der Tagesordnung befinden.« Alfred Raimund »Fredl« Fesl (1947–2024) war ein niederbayerischer Musiker, Sänger und Kabarettist.

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Weiter schrieb Reiter: »Es lag mir in keiner Weise daran, Menschen zu verletzen oder abzuwerten. Wenn sich durch meine Worte jemand verletzt oder herabgesetzt gefühlt hat, bedaure ich das ausdrücklich und bitte dafür um Entschuldigung.«

Ihm sei bewusst, dass der Münchner Stadtrat im Jahr 2022 mit dem Beschluss »N-Wort ächten« deutlich gemacht habe, dass die Verwendung dieses Begriffs als rassistisch einzuordnen und abzulehnen sei, so der Oberbürgermeister. »Dieser Haltung schließe ich mich selbstverständlich an. Gerade als Oberbürgermeister habe ich eine besondere Verantwortung für einen respektvollen, sensiblen und diskriminierungsfreien Umgang miteinander.«

bbr/dpa