SpOn 05.02.2026
19:53 Uhr

Mount Fuji: Stadt in Japan sagt Kirschblütenfest wegen schlechten Verhaltens der Touristen ab


Wegen rücksichtsloser Besucher hat die Stadt Fujiyoshida ihr beliebtes Kirschblütenfest abgesagt. Es ist nicht der erste Ort in Japan, der den Massentourismus satthat. Doch die Regierung will noch mehr Urlauber.

Mount Fuji: Stadt in Japan sagt Kirschblütenfest wegen schlechten Verhaltens der Touristen ab

Stau auf den Straßen, Zigarettenstummel auf den Bürgersteigen oder Fäkalien in den Vorgärten: Die Menschen am Fuji haben offenbar genug vom schlechten Benehmen der Touristenmassen. Deshalb hat die an Japans berühmtesten Berg liegende Stadt Fujiyoshida das jährliche Kirschblütenfest abgesagt. »Um die Würde und das Lebensumfeld unserer Bürger zu schützen, haben wir beschlossen, das zehn Jahre alte Festival zu beenden«, erklärte Bürgermeister Shigeru Horiuchi.

Der Vulkan Fuji ist eine der beliebtesten Touristenattraktionen Japans. Anliegende Kommunen schränkten die tägliche Besucherzahl bereits ein. Das »ruhige Leben« der Bewohnerinnen und Bewohner Fujiyoshidas sei durch die vielen Touristen bedroht, so Horiuchi. Der Park mit Aussicht auf den Fuji, in dem das Fest bisher stattfand, wird während der Kirschblüte trotzdem geöffnet sein. Nur das Festival findet nicht statt. Die Stadt rechnet trotz der Absage des offiziellen Festes mit vielen Besuchern.

Warnung für Touristen an beliebtem Aussichtspunkt in Fujikawaguchiko

Warnung für Touristen an beliebtem Aussichtspunkt in Fujikawaguchiko

Foto:

Franck Robichon / EPA

Das Festival zur Kirschblütenzeit zog im vergangenen Jahr 200.000 Besucherinnen und Besucher an – zu dem Frühlingsspektakel kommen auch immer mehr Touristen aus dem Ausland nach Japan. Auch die Schwäche der Landeswährung Yen sorgt derzeit für mehr ausländische Besucher. Durch die vielen Menschen kam es in Fujiyoshida vermehrt zu Staus. Einige Touristen drangen unerlaubt in Privatgärten ein, unter anderem um ihre Notdurft zu verrichten, wie Anwohner berichteten.

Auch an anderen Orten in Japan gibt es Beschwerden über zu viele Touristen, etwa in der einstigen Hauptstadt Kyoto, bekannt für seine buddhistischen Tempel, Kaiserpaläste und traditionelle Holzhäuser.

Knapp 43 Millionen Touristen besuchten Japan 2025

Wohl auch aufgrund des schwachen Yens verzeichnete Japan vergangenes Jahr eine Rekordzahl an Touristen: 42,7 Millionen Menschen besuchten Japan in 2025 und damit so viele wie nie, wie das Verkehrsministerium am Dienstag mitteilte. Es waren noch einmal deutlich mehr als die 37 Millionen Ankünfte aus dem Ausland im damaligen Rekordjahr 2024.

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Die meisten Besucher, fast 7,5 Millionen, kamen dem Ministerium zufolge aus China. Die Zahl von Touristen aus Europa, den USA und Australien sei zugleich stark gestiegen, sagte Verkehrsminister Yasushi Kaneko. Trotz der Beschwerden möchte die Regierung in Tokio die Zahl der Touristen bis 2030 auf jährlich 60 Millionen steigern.

jmm/AFP