Öffentliche Verkehrsmittel sind von jeher die Pioniere der Elektromobilität. Sechs von zehn neuen Stadtbussen in der EU waren im Jahr 2025 emissionsfrei unterwegs: 56 Prozent rein batterieelektrisch angetrieben, weitere vier Prozent mit Wasserstoff-Brennstoffzellen ausgerüstet, die ebenfalls Elektromotoren versorgen. Der Rest verteilte sich auf Hybrid-, Gas- und klassische Dieselbusse. Das ergab eine Analyse der Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) .
Die von der EU geforderten Quoten würden längst deutlich übertroffen. Seit 2019 verpflichtet eine EU-Richtlinie öffentliche Auftraggeber, bei Straßenfahrzeugen Mindestquoten für saubere und emissionsfreie Fahrzeuge einzuhalten. Damals lag der Anteil von Elektrobussen demnach noch bei 12 Prozent. Auch eine weitere geplante – und derzeit umstrittene – Vorgabe bleibt laut T&E hinter dem erwartbaren Fortschritt bei Stadtbussen zurück: Ab 2030 sollen die Hersteller schwerer Nutzfahrzeuge deren Emissionen stark senken – für neue Lkw und Reisebusse um 45 Prozent gegenüber 2019. Für Stadtbusse wird dann ein emissionsfreier Anteil von mindestens 90 Prozent gefordert.
T&E zufolge hatten fünf EU-Staaten im Jahr 2025 einen Anteil von 100 Prozent emissionsfreien Stadtbussen, darunter Dänemark, Estland und Slowenien. Sechs weitere Länder lagen bei mehr als 90 Prozent, unter ihnen die Niederlande, Finnland und Rumänien. In Deutschland war demnach etwa jeder zweite Stadtbus frei von Abgasen – 41 Prozent batterieelektrisch und weitere neun Prozent mit Brennstoffzellen. In den meisten anderen Ländern spielte die Wasserstofftechnik eine noch geringere oder gar keine Rolle, die meisten Brennstoffzellenbusse wurden in Deutschland verkauft. Insgesamt stagnierte ihr Anteil beinahe.
Seit 2020 steigt der Marktanteil von Elektrobussen jedes Jahr. Fünf Länder hätten ihre Ziele in dieser Zeit verfehlt: Tschechien, Ungarn, Estland, Kroatien und die Slowakei. In Osteuropa laufe der Wandel aktuell aber besonders rasant.
