SpOn 23.02.2026
17:41 Uhr

Mittelmeer: 30 Migranten vor griechischer Küste ertrunken oder verschollen


Ein Flüchtlingsboot ist vor Kreta gesunken, vier Menschen werden tot geborgen, 26 sind verschollen. Die Internationale Organisation für Migration warnt vor einer hohen Zahl von Vermissten auf der Mittelmeerroute.

Mittelmeer: 30 Migranten vor griechischer Küste ertrunken oder verschollen

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) hat nach einem Bootsunglück mit vielen Toten vor Griechenland erneut sichere Einreisewege und Maßnahmen gegen kriminelle Schlepper gefordert. Wie die Uno-Organisation am Montag in Genf mitteilte, waren bei dem jüngsten Unglück am Wochenende mindestens 30 Migranten ertrunken oder gingen verschollen. 16 Männer und vier Minderjährige wurden gerettet.

Das Boot war am Donnerstag vom libyschen Tobruk gestartet und am Samstag in schwerem Wetter bei Kali Limenes vor der kretischen Küste gekentert. Bislang wurden die Leichen von drei Männern und einer Frau geborgen.

DER SPIEGEL

Laut IOM starben auf den Migrationsrouten im Mittelmeer in den ersten beiden Monaten des Jahres mindestens 606 Personen oder wurden als vermisst gemeldet . Dies sei die tödlichste Bilanz seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2014.

Die Uno-Einrichtung verlangte stärkere internationale Zusammenarbeit und Maßnahmen zum Schutz von Migranten, um kriminellen Netzwerken das Handwerk zu legen und durch legale Reisewege die Gefahren für Migranten zu mindern.

Mehr zum Thema

Erst vor knapp zwei Wochen waren bei einem weiteren Unglück vor der Insel Chios 15 Migranten ums Leben gekommen. Schleuserbanden bringen immer wieder Migranten von Libyen und der Türkei nach Kreta oder auf die griechischen Inseln der östlichen Ägäis. Nach Angaben des Uno-Flüchtlingshilfswerks UNHCR erreichten im vergangenen Jahr rund 42.000 Migranten über den Seeweg griechische Inseln und damit die EU. Die Route gilt als risikoreich.

Lesen Sie auch: Die Fluchtforscherin Judith Kohlenberger rechnet mit der europäischen Migrationsdebatte ab. Hier erklärt sie, warum Grenzschutz kein Allheilmittel ist .

naw/KNA/dpa