Das FBI hat nach eigenen Angaben einen geplanten Terroranschlag auf die Mall of America im US-Bundesstaat Minnesota verhindert. Ein 18-Jähriger soll einen Angriff auf Besucher des Einkaufszentrums vorbereitet haben. Nach monatelangen Ermittlungen wurde er festgenommen, nachdem er von einem verdeckten FBI-Ermittler ein Sturmgewehr und Munition gekauft hatte.
Der Jugendliche war den Behörden zufolge fast zwei Jahre lang im Visier der Ermittler. Über einen Informanten tauschte er regelmäßig Nachrichten aus. US-Bundesanwalt Daniel Rosen lobte am Mittwoch die Ermittlungsarbeit des FBI. Den Agenten sei es gelungen, »eine Bedrohung zu erkennen und zu vereiteln, bevor der Beschuldigte seine Absicht umsetzen konnte, nach eigenen Worten vielleicht 30 bis 60 Menschen zu töten«.
In Park verhaftet
Der 18-jährige Mann wurde am Dienstag in einem öffentlichen Park in Richfield festgenommen, einige Kilometer nordwestlich der Mall of America. Laut Strafanzeige hatte er einem verdeckten FBI-Ermittler, der sich als Mitglied der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) ausgab, 600 Dollar für eine AK-47 und 200 Schuss Munition bezahlt.
Bei seiner ersten Anhörung vor einem Bundesgericht in St. Paul erschien der junge Mann am Mittwoch in gelber Gefängniskleidung. In Textnachrichten mit dem Informanten habe er wiederholt seine Absicht bekräftigt, am 24. Oktober einen Anschlag auf die Mall of America zu verüben und dabei Nichtmuslime zu töten, heißt es in der Strafanzeige. Für diesen Tag war dort eine Veranstaltung zur Kultur der Hmong geplant.
Verdächtiger wollte sich wohl dem IS anschließen
Rosen zufolge ist der 18-Jährige US-Staatsbürger und in den Vereinigten Staaten geboren. Seine Familie stammt aus Somalia. Laut Strafanzeige äußerte er in seinen Nachrichten Bewunderung für jüngste Terroranschläge und zeigte Interesse daran, nach Somalia zu reisen, um sich dem IS anzuschließen. Schließlich habe er entschieden, dass er sich eine Reise dorthin nicht leisten könne – und stattdessen einen Anschlag auf die Mall of America geplant.
Erstmals geriet der Jugendliche im Dezember 2024 ins Visier des FBI. Im selben Monat hatte der Informant begonnen, mit ihm Nachrichten auszutauschen, heißt es in der Strafanzeige. Im Mai 2025 waren die Ermittler demnach so alarmiert, dass sie zu seinem Wohnhaus gingen. Seine Mutter habe den Beamten mitgeteilt, dass ihr Sohn noch nicht von der Schule zurückgekehrt sei. Anschließend habe sie den Vater des Jungen angerufen. Dieser habe das Gespräch mit den Ermittlern abgelehnt.
-
12 Min
-
5 Min
-
Jesidin als Sklavin gekauft und missbraucht: »Sie gaben mir den Namen Leila«Von Julia Jüttner11 Min
11 Min
In Minnesota leben Zehntausende Menschen somalischer Herkunft. Viele von ihnen kamen seit den Neunzigerjahren als Geflüchtete in den Bundesstaat. Im Laufe der Jahre wurden mehrere Menschen wegen des Versuchs angeklagt, sich dem IS oder anderen Terrororganisationen anzuschließen.

