SpOn 30.01.2026
15:38 Uhr

Minnesota: Ex-CNN-Journalist Don Lemon festgenommen


In einer Kirche in Minneapolis gab es einen Protest gegen einen Pfarrer, der für ICE arbeitet. Dabei war auch der Ex-CNN-Journalist Don Lemon, um das Geschehen zu filmen, wie er sagt. Die US-Regierung ließ ihn jetzt festnehmen.

Minnesota: Ex-CNN-Journalist Don Lemon festgenommen

Der ehemalige CNN-Moderator Don Lemon ist festgenommen worden. Zunächst berichteten mehrere US-Medien über den Fall. Nun bestätigte auch das US-Justizministerium die Festnahme.

Lemon, der nach Vorwürfen zu sexistischen Kommentaren von CNN entlassen wurde und mittlerweile selbstständig als Journalist arbeitet, wurde am späten Donnerstagabend in Los Angeles festgenommen. Ihm wird offenbar vorgeworfen, während einer Protestaktion in einer Kirche in St. Paul, Minnesota, gegen Bundesgesetze verstoßen zu haben. Der Fall war eigentlich vergangene Woche von einem Amtsrichter abgewiesen worden. Ein Anwalt Lemons bezeichnet die Festnahme als »beispiellosen Angriff auf das erste Verfassungszusatzrecht« der Rede- und Pressefreiheit.

»Don ist seit 30 Jahren Journalist, und seine von der Verfassung unter Schutz gestellte Arbeit in Minneapolis unterschied sich nicht von dem, was er immer getan hat«, heißt es in der Erklärung von Lemons Anwalt weiter. »Der erste Verfassungszusatz dient dem Schutz von Journalisten, deren Aufgabe es ist, die Wahrheit ans Licht zu bringen und die Machthaber zur Rechenschaft zu ziehen.«

Mehr zum Thema

Lemon sagte, er habe lediglich als Journalist berichtet, als er am 18. Januar die Cities Church betrat, um eine Demonstration gegen die verschärften Einwanderungsmaßnahmen in der Region zu beobachten. Demonstranten unterbrachen dort den Gottesdienst einer Kirche, in der ein Mitarbeiter der Einwanderungs- und Zollbehörde ICE als Pastor tätig ist, und skandierten »ICE raus« und »Gerechtigkeit für Renée Good«.

Anschließend versuchte die Trump-Regierung, acht Personen wegen dieses Vorfalls anzuklagen, darunter auch Lemon. Die US-Regierung berief sich dabei auf ein Gesetz, das Personen schützt, die an einem Gottesdienst in einem Gotteshaus teilnehmen möchten.

Die Proteste gegen ICE halten trotz eisiger Temperaturen in Minnesota an. Am vergangenen Wochenende war der 37 Jahre alte US-Bürger Alex Pretti durch Schüsse von Bundesbeamten in Minneapolis ums Leben gekommen. Zuvor war bereits die 37 Jahre alte US-Bürgerin Renée Good in Minneapolis von einem ICE-Schützen erschossen worden. Die US-Regierung stellt die tödlichen Schüsse als Selbstverteidigung dar. Videos und Medienberichte widersprechen der Darstellung.

czl/AP/Reuters