SpOn 26.01.2026
15:30 Uhr

Minnesota: Bundesregierung erwartet Aufklärung im Fall Alex Pretti


Der Fall des getöteten Amerikaners Alex Pretti sorgt auch in Deutschland für Empörung. Jetzt meldet sich die Bundesregierung zu Wort.

Minnesota: Bundesregierung erwartet Aufklärung im Fall Alex Pretti

Die Bundesregierung reagiert auf die tödlichen Schüsse auf den Demonstranten Alex Pretti in den USA. Man gehe davon aus, »dass der Fall zügig untersucht und nach rechtsstaatlichen Prinzipien aufgeklärt wird«, sagte Vizeregierungssprecher Sebastian Hille. »Wir vertrauen der amerikanischen Justiz«, fügte er hinzu.

Weniger eindeutig äußerte sich der Regierungssprecher zu der Frage, ob die Bundesregierung auch der US-Regierung vertraue, den Fall rechtsstaatlich aufzuklären. Auf eine entsprechende Frage entgegnete Hille: »Es obliegt nicht uns, der Bundesregierung, von hier die Vorgänge zu beurteilen.« Es sei »Aufgabe der amerikanischen Justiz, das aufzuarbeiten«.

Beamte der US-Grenzschutzbehörde Border Patrol hatten am Samstag am Rande einer Abschiebe-Razzia in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota den 37-jährigen Krankenpfleger Alex Pretti erschossen. (Lesen Sie hier  mehr dazu.)

Das US-Heimatschutzministerium sprach von »Abwehrschüssen« eines Bundesbeamten – wobei Videoaufnahmen von dem Vorfall erheblich an den Schilderungen zweifeln lassen.

Bereits vor weniger als drei Wochen hatte ein Beamter der Einwanderungspolizei ICE in Minneapolis die dreifache Mutter Renée Good erschossen.

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In Berlin wollte Vizeregierungssprecher Hille den offenkundigen Widerspruch zwischen der Darstellung der US-Behörden und den Videoaufnahmen nicht kommentieren: »Wir haben keine eigenen Erkenntnisse zu den Vorgängen.«

Bundesregierung zu WM-Boykott

Auch mit Blick auf einen möglichen Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko äußerte sich die Regierung verhalten: Man respektiere die Autonomie des Sports, sagte die zuständige Staatsministerin im Bundeskanzleramt, Christiane Schenderlein.

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»Entscheidungen über Teilnahme oder Boykott von Sportgroßveranstaltungen liegen ausschließlich bei den zuständigen Sportverbänden, nicht bei der Politik«, so Schenderlein. Die Bewertung obliege daher den jeweiligen Verbänden, fügte sie hinzu und nannte den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und den Weltfußballverband Fifa. »Diese Einschätzung wird die Bundesregierung akzeptieren.« Lesen Sie hier  mehr dazu.

atr/AFP/dpa