Festgenommen bei Minusgraden. Nachdem Demonstrierende hinter einer Polizeiabsperrung niederknien, singen und beten …
Demonstranten:
»Lasst sie beten.«
… macht die Polizei am Flughafen von Minneapolis kurzen Prozess. Dutzende Menschen werden in einen Schulbus abgeführt.
Die Proteste, die sich auch in der Innenstadt von Minneapolis abspielten, richten sich gegen das aggressive Vorgehen der US-Einwanderungsbehörde ICE.
Anette, Demonstrantin:
»Alle haben Angst, deshalb müssen wir unsere Stimme erheben.«
Curt, Demonstrant:
»Die Unmenschlichkeit dieser Trump-Regierung ist einfach unerträglich. Wir sind besser als das.«
Viele treibt der Tod von Reneé Good auf die Straße, die Anfang Januar hier in der Stadt von einem ICE-Agenten erschossen wurde. Auch das Schicksal des fünfjährigen Liam Conejo Ramos, der vor wenigen Tagen ebenfalls von ICE-Agenten abgeführt wurde und sich nun mit seinem Vater in einem Abschiebezentrum in Texas befindet, bewegt die Menschen.
ICE-Kommandant Gregory Bovino verteidigte unterdessen die Ingewahrsamnahme des Vorschulkindes und betonte, ICE-Agenten seien Experten im Umgang mit Kindern.
Gregory Bovino, ICE-Kommandant:
»Das Kind befindet sich nun in einer möglichst wenig einschränkenden Umgebung bei einem Familienmitglied. Ich glaube nicht, dass es etwas Besseres gibt.«
Zahlreiche Geschäfte blieben am Freitag aus Solidarität mit den Protesten geschlossen. Nach der Demo konnten sich einige Demonstranten bei einer Anschlussveranstaltung einer Lehrervereinigung aufwärmen.
Randi Weingarten, US-Lehrervereinigung:
»Es geht nicht darum, Recht und Ordnung wieder herzustellen. Es geht darum, Gemeinden zu terrorisieren, die Donald Trump nicht mag.«
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