SpOn 03.02.2026
14:43 Uhr

Minneapolis: Vater erhebt Vorwürfe gegen ICE nach Festnahme seines Sohnes


Die Einwanderungsbehörde ICE hat in Minneapolis einen kleinen Jungen festgenommen. Sein Vater wirft der Behörde nun schlechte Behandlung seines Sohnes vor. Unter anderem hätten sie ihm wichtige Medikamente verweigert.

Minneapolis: Vater erhebt Vorwürfe gegen ICE nach Festnahme seines Sohnes

Die Festnahme des fünfjährigen Liam in Minneapolis durch die US-Abschiebepolizei ICE hat für viel Empörung gesorgt. Sein Vater, Adrian Conejo Arias, hat nach der Freilassung schwere Vorwürfe gegen die Behörden erhoben. Auf dem Flug nach Hause gab der Vater einem Reporter von ABC News ein Interview , das der US-Fernsehsender veröffentlichte.

Darin widerspricht Arias Aussagen des Heimatschutzministeriums, dass er sein Kind zurückgelassen habe. Er betonte, dass er seinen Sohn liebe und ihn niemals im Stich lassen würde.

Der Fünfjährige und sein Vater waren in die Mechanismen der gewaltsamen Abschiebepolitik von US-Präsident Donald Trump geraten. Sie waren Mitte Januar bei einer Razzia von der US-Abschiebepolizei in Minneapolis festgenommen worden. Ihre Fälle sorgten nach der Tötung des 37-jährigen Intensivpflegers Alex Pretti  durch Schüsse eines Grenzschutzmitarbeiters in der Stadt für zusätzliche Aufregung. Vater und Sohn saßen in einer Haftanstalt in Texas ein und wurden am Sonntag nach der Anordnung eines Richters entlassen.

DER SPIEGEL

Das Heimatschutzministerium erneuerte seine Darstellung des Falls, Arias sei vor den ICE-Einsatzkräften weggelaufen und habe das Kind zurückgelassen.

»Die Fakten in diesem Fall haben sich nicht geändert: Der Vater, der sich illegal im Land aufhielt, entschied sich, sein Kind mit in eine Haftanstalt zu nehmen«, sagte die stellvertretende Heimatschutzministerin Tricia McLaughlin in einer Erklärung.

Im Interview mit ABC News warf Arias den Behörden außerdem vor, dass der fünfjährige Sohn in der Hafteinrichtung krank geworden sei. Man habe ihm wichtige Medikamente verweigert. Das Heimatschutzministerium äußerte sich nicht zu diesem Vorwurf.

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Arias betonte erneut, er sei zu Unrecht festgenommen worden. Er sagt, er befinde sich legal im Land und es gebe ein laufendes Asylverfahren.

Vergangene Woche hatte US-Präsident Trump eine Überprüfung des Vorgehens in Minneapolis angekündigt. Der Grenzschutzbeauftragte Tom Homan räumte ein, dass Fehler gemacht worden seien. Er sagte jedoch auch, dass die Bundesbediensteten weiterhin das Bundesrecht durchsetzen würden, und forderte die lokalen Stellen zur Zusammenarbeit auf.

Am Montag hatte Heimatschutzministerin Kristi Noem angeordnet, dass Einsatzkräfte in Minneapolis mit Körperkameras ausgestattet werden.

Wie Donald Trump und seine Regierung beim Waffenrecht eine erstaunliche Doppelmoral zeigen, lesen Sie hier .

tin/AP