In Minneapolis und hunderten weiteren Städten in den USA sind am Wochenende Menschen gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE auf die Straßen gegangen.
Minneapolis, Minnesota, USA
Die Proteste sind eine Folge auf den aus mehreren Perspektiven dokumentierten ICE-Einsatz am Mittwoch in Minneapolis, bei dem ein Beamter die US-Bürgerin Renee Nicole Good in ihrem Auto erschossen hatte. Allein hier in Minneapolis demonstrierten jetzt am Wochenende Zehntausende gegen ICE.
Frank Hornig, SPIEGEL, in Minneapolis:
»Was auffällt, sind die wirklich sehr, sehr vielen Bezüge zum Dritten Reich, die hier gezogen werden. »ICE ist die neue Gestapo«, steht auf den Transparenten. Ich habe ein anderes Transparent gesehen, auf dem ein Hakenkreuz durchgestrichen war. Ich habe ein Transparent gesehen, auf dem steht »Wir wollen kein Hitlers«. All das zeigt, dass die Sorge hier sehr, sehr groß ist vor der zunehmenden Gewalt, vor den Einsätzen dieser Geheimpolizei, wie die Behörde auch genannt wird von den Leuten, Sorge um die Freiheit und um die Demokratie.«
O-Ton Demonstrantin:
»Seit ich damals als Kind vom Zweiten Weltkrieg gehört hab, habe ich mich immer gefragt: Auf welcher Seite würde ich stehen? Jetzt passiert so etwas wieder. Und ich will einfach auf der richtigen Seite stehen.«
O-Ton Demonstrant:
»Es ist einfach nur diese pure, unverhohlene Gewalt und Gleichgültigkeit von diesen ICE-Agenten, die von dieser bösartigen Nazi-Regierung eingesetzt werden. Es könnte jeden von uns treffen. Jeder von uns kann in einen schwarzen Sack gesteckt werden oder ermordet, wie wir es bei Renee Good gesehen haben.«
O-Ton Demonstrantin:
»Diese ganze Einwanderungspolitik ist absurd. Wir sind ein Land, das von Einwanderern aufgebaut wurde. Wir sollten einen Weg finden, ihnen die legale Staatsbürgerschaft zu ermöglichen. Punkt.«