SpOn 01.01.2026
20:22 Uhr

Migration: Bundespolizei verzeichnet 2025 deutlich weniger illegale Einreisen nach Deutschland


Seit September 2024 gelten an allen deutschen Landesgrenzen wieder Grenzkontrollen – tatsächlich registrierten die Behörden seitdem weniger illegale Einreisen. Mit den Maßnahmen von Innenminister Dobrindt hat das wohl nur zum Teil zu tun.

Migration: Bundespolizei verzeichnet 2025 deutlich weniger illegale Einreisen nach Deutschland

Die Zahl der unerlaubten Einreisen nach Deutschland hat sich innerhalb von zwei Jahren halbiert. Im zu Ende gegangenen Jahr stellte die Bundespolizei an allen deutschen Land-, Luft- und Seegrenzen 62.526 illegale Einreisen fest, wie sie in Potsdam mitteilte.

Im Vorjahr 2024 waren es 83.572 unerlaubte Einreisen, 2023 zählte die Bundespolizei noch 127.549. Damals griffen die Beamten in manchen Monaten mehr als 20.000 Menschen auf. Im Dezember lag die Zahl nun bei knapp 4600.

Seit Mitte September 2024 gibt es an allen deutschen Landesgrenzen wieder Grenzkontrollen bei Einreisen, vorher war das bereits teilweise der Fall. Damit will die Bundesregierung – bis Frühjahr 2025 geführt von der Ampelkoalition, nun von Schwarz-Rot – die Zahl der unerlaubten Einreisen stärker eindämmen. Die befristeten Kontrollen wurden bisher zweimal verlängert. Eigentlich sind Grenzkontrollen nicht vorgesehen im Schengen-Raum, der die meisten EU-Staaten sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz umfasst.

Die gesunkenen Zahlen sind aber wohl nur teilweise auf die verschärften deutschen Grenzkontrollen zurückzuführen. Auch in der Europäischen Union insgesamt ging die Zahl der illegalen Einreisen laut der EU-Grenzschutzagentur Frontex zuletzt zurück: Zwischen Januar und September 2025 lag diese um 22 Prozent niedriger  als im Vorjahreszeitraum. Einer der Gründe ist laut Experten das Ende des Assad-Regimes in Syrien.

Knapp 68.000 unerlaubte Einreisen mit Grenzkontrollen

In dem Zeitraum seit Mitte September 2024 registrierte die Bundespolizei nach eigenen Angaben 67.918 unerlaubte Einreisen an den neun Landgrenzen. Davon wurden 46.426 Menschen unmittelbar an der Grenze oder im Zusammenhang mit dem illegalen Grenzübertritt zurückgewiesen oder zurückgeschoben. An der Einreise gehindert wurden 2513 Menschen – sie hatten eine Wiedereinreisesperre für Deutschland. 1945 Schleuser sind den Angaben zufolge festgenommen worden.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) intensivierte  die Kontrollen, die noch unter der vorherigen Ampel-Regierung eingeführt wurden, im Mai 2025. Die Bundespolizei soll seitdem auch Asylsuchende abweisen. Ausgenommen davon sind vulnerable Gruppen wie Kranke oder Schwangere. Nach dieser Weisung, also seit 8. Mai 2025, zählte die Bundespolizei 33.338 unerlaubte Einreisen. 242 vulnerable Menschen hätten ein Asylgesuch geäußert, hieß es.

lki/dpa