Eine neu entdeckte Zeichnung des Renaissancekünstlers Michelangelo hat bei einer Auktion einen Rekord erzielt: Ein kleines Blatt mit der Skizze eines Fußes wechselte im Rahmen einer Bieterschlacht für 27,2 Millionen Dollar (umgerechnet 23,1 Millionen Euro) den Besitzer und ist damit das teuerste je versteigerte Michelangelo-Werk, wie das Auktionshaus Christie’s mitteilte . Der bisherige Rekord lag demnach bei 24,3 Millionen Dollar (20,6 Millionen Euro) und wurde bei Christie’s in Paris erzielt.
Bei der Zeichnung handelt es sich nach Angaben des Auktionshauses um eine vorbereitende Studie zur monumentalen Figur der Libyschen Sybille. Diese befindet sich an der Decke der Sixtinischen Kapelle, Michelangelos monumentales Meisterwerk im Vatikan. Datieren lässt sich die Zeichnung ungefähr auf die Jahre 1511 bis 1512, als Michelangelo sich darauf vorbereitete, an der zweiten Hälfte seines Gemäldes der Sixtinischen Decke zu erstellen.
Christie’s zufolge dauerte die Auktion im Rockefeller Center ungefähr 45 Minuten und zog Bieter aus dem Saal, per Telefon und online an. Der Verkäufer zog es vor, anonym zu bleiben. In einer früheren Mitteilung hatte Christie's über ihn bekannt gegeben, dass er an der US-Westküste lebt und die Zeichnung von seiner Großmutter geerbt habe.
Vor einer Weile habe sich der Mann mit der Bitte um die Bewertung der Zeichnung an das Auktionshaus gewandt. Wie sich zeigte, war die Großmutter Nachfahre von dem im Dienst des dänischen Hofs stehenden Schweizer Diplomaten Armand François Louis de Mestral de Saint-Saphorin – einem im 18. Jahrhundert führenden Sammler von Zeichnungen und Drucken. Unter anderem dieses Indiz habe eine Zeichnungsexpertin bei Christie’s veranlasst, weitere Nachforschungen zu unternehmen – bis schließlich die Urheberschaft Michelangelos bestätigt werden konnte.

