Mexiko beugt sich offenbar dem Druck von US-Präsident Donald Trump und schränkt die Öllieferungen nach Kuba ein. Präsidentin Claudia Sheinbaum bestätigte am Dienstag indirekt einen Medienbericht, demzufolge die Lieferungen an die kommunistisch regierte Karibikinsel ausgesetzt wurden. Der Frage, ob Öllieferungen zurückgehalten würden, wich sie aus und sagte lediglich: »Es ist eine souveräne Entscheidung, und sie wird in dem Moment getroffen, in dem es notwendig ist.«
Ob die Exporte wieder aufgenommen würden, ließ Sheinbaum offen und erklärte, das werde mitgeteilt werden. Sheinbaum betonte, die Entscheidungen des staatlichen Ölkonzerns Pemex stützten sich auf Verträge oder seien humanitärer Natur.
Bereits vergangene Woche hatte die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, die Regierung in Mexiko-Stadt prüfe auf Drängen der US-Regierung die Einstellungen ihrer Öllieferungen an Kuba. Demnach gab es in Mexiko Befürchtungen, das Land könnte wegen der Unterstützung Kubas ins Visier der USA geraten.
Mexiko war zuletzt der wichtigste Ölversorger für Kuba
Nach dem Ausfall venezolanischer Lieferungen ist Mexiko der wichtigste Ölversorger für den Karibikstaat, der unter Energieknappheit und massiven Stromausfällen leidet.
US-Präsident Trump sieht Kuba nach eigenen Worten kurz vor dem Zusammenbruch. »Kuba ist wirklich eine Nation, die kurz vor dem Scheitern steht«, sagte der Republikaner bei einem Besuch im US-Bundesstaat Iowa. Der sozialistische Karibikstaat habe sein Geld und sein Öl aus Venezuela bekommen. Das bekämen sie nicht mehr, betonte Trump.
Die USA hatten in den vergangenen Wochen mehrere Öltanker unter ihre Kontrolle gebracht. Zuvor hatte Trump angekündigt, eine »vollständige und komplette Blockade aller sanktionierter Öltanker auf dem Weg von und nach Venezuela« zu verhängen.
Nach dem Angriff der USA auf Venezuela – einem wichtigen Verbündeten Havannas – und der Gefangennahme des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro haben Vertreter der US-Regierung immer wieder auch Druck auf die Regierung Kubas aufgebaut. US-Außenminister Marco Rubio etwa bezeichnete diese als »riesiges Problem«.
Trump wiederum rief Kuba jüngst dazu auf, einen Deal zu machen, ohne dabei auszuführen, was er damit genau meint. Er hatte auf Truth Social auch mehrere Beiträge repostet, in denen Nutzer auf einen möglichen, durch die USA herbeigeführten Regierungswechsel in Kuba hinfieberten. Medienberichten zufolge erwägt Trumps Regierung derzeit verschiedene Optionen, um darauf hinzuwirken.
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Kuba steckt in einer schweren Wirtschaftskrise
Die Beziehungen zwischen Havanna und Washington sind seit Jahrzehnten angespannt. Aktuell steckt die autoritär regierte Karibikinsel in ihrer schwersten Wirtschaftskrise seit dem Sieg der Revolution von Fidel Castro 1959. Unter anderem mangelt es an Treibstoff. Sollten die USA die Lieferungen von Öl aus Venezuela dauerhaft unterbinden, könnte die kubanische Wirtschaft vollends zusammenbrechen.
