SpOn 27.02.2026
17:02 Uhr

Mexiko: Offenbar mehrere Massengräber nahe WM-Arena in Guadalajara entdeckt


Ein Suchkollektiv in Guadalajara soll Hunderte Säcke mit Leichenteilen aufgespürt haben. Das berichtet die spanische Zeitung »El País«. Weniger als 20 Kilometer entfernt sollen bald vier WM-Spiele stattfinden.

Mexiko: Offenbar mehrere Massengräber nahe WM-Arena in Guadalajara entdeckt

Der ikonische WM-Pokal ist bereits an diesem Wochenende in Guadalajara zu Gast, wo in wenigen Monaten der Ball rollen soll. Am Rand der Stadt haben Freiwillige zuletzt einen gruseligen Fund gemacht: Mindestens ein Dutzend Massengräber habe man rund um das Akron-Stadion im mexikanischen Bundesstaat Jalisco ausfindig gemacht, sagt das Suchkollektiv »Guerreros Buscadores de Jalisco« laut der spanischen Tageszeitung »El País« .

Allein in vier Gräbern habe man 500 Plastiksäcke mit Leichenteilen gefunden. Sie liegen offenbar weniger als 20 Kilometer entfernt von der Arena in Zapopan am Rande Guadelajaras. In dem Suchkollektiv haben sich Angehörige der mehr als 100.000 Menschen zusammengeschlossen, die in Mexiko als verschwunden gelten – und vermutlich Opfer der Drogengewalt wurden. Auch der SPIEGEL hat die »Guerreros Buscadores de Jalisco« bereits begleitet .

Noch vor wenigen Tagen kam es in der Region zu einem Gewaltausbruch nach dem Tod eines der mächtigsten Drogenbosse Mexikos. Nemesio Oseguera Cervantes, genannt »El Mencho« , kontrollierte das »Cartel Jalisco Nueva Generación« (CJNG) in Guadalajara. Nach seinem Tod brannten Autos und Geschäfte, Flüge wurden gestrichen und das Auswärtige Amt warnte vor Straßensperren. Mindestens 73 Menschen sollen dabei ums Leben gekommen sein.

Im Land fragt man sich nun, ob eine neue Welle der Gewalt droht  – wenige Monate bevor die Fußball-Weltmeisterschaft beginnt. Guadalajara ist einer von drei Austragungsorten in Mexiko, vier Vorrundenspiele sind dort angesetzt. Die Nationalteams aus Südkorea und Kolumbien planen dort ihr Camp. Hier ist am Wochenende die Fifa Trophy Tour zu Gast, mit der auf 38 Stationen in Mexiko, Kanada und den USA für das anstehende Megaevent geworben werden soll.

Die Gewalt der Drogenmafia ist in Guadalajara kein neues Phänomen: Bereits im Februar hätten Bauarbeiter auf Brachflächen und Grundstücken etwa 15 Kilometer nördlich der WM-Arena in Guadalajara Plastiktüten mit menschlichen Überresten entdeckt, berichtet das Suchkollektiv laut »El País«. Zwischen November 2024 und Januar 2025 seien mindestens 100 solcher Plastiksäcke im Stadtteil Lomas del Refugio in Zapopan lokalisiert worden, ebenfalls keine 20 Kilometer entfernt von der WM-Arena.

Der Weltverband Fifa verbreitet unterdessen Optimismus. »Alles läuft sehr gut, alles wird fantastisch sein«, sagte Fifa-Boss Gianni Infantino der französischen Nachrichtenagentur AFP.

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Auch Mexikos Präsidentin betonte, die Lage sei unter Kontrolle: »Alle Behörden der Republik haben sich koordiniert, alle Kräfte der Bundesregierung, Sicherheitskräfte und Staatsanwaltschaft stehen für jede Situation bereit«, sagte Claudia Sheinbaum: »Das Wichtigste ist, dass wir wieder Frieden und Ruhe herstellen.« Sie versicherte, dass für die Fans »keinerlei Risiko« bestehen würde.

Für Präsidentin Sheinbaum ist der Schlag gegen »El Mencho« ein Triumph. Von Dauer ist der Erfolg aber nur, wenn sie den Kampf gegen die Mafia in den eigenen Reihen gewinnt. Lesen Sie hier: »Wie Drogenkartelle Mexiko terrorisieren – und jetzt die Fußball-WM gefährden« 

jml