Die mexikanische Armee hat den mächtigsen Drogenboss Mexikos, Nemesio Rubén Oseguera Cervantes, »El Mencho«, getötet. Bei dem Militäreinsatz zu seiner Festnahme sind sieben Menschen ums Leben gekommen, darunter der mächtige Kartellanführer selbst, wie das mexikanische Verteidigungsministerium bestätigte .
»El Mencho« sei bei der Operation schwer verletzt worden und gestorben, als er auf dem Luftweg nach Mexiko-Stadt transportiert wurde. Bei dem Einsatz in der Gemeinde Tapalpa im westlichen Bundesstaat Jalisco seien zudem zwei mutmaßliche Mitglieder des von ihm geführten Kartells Jalisco Nueva Generación (CJNG) festgenommen worden. Drei Soldaten wurden demnach verletzt.
Als Reaktion auf den Militäreinsatz sperrten Bandenmitglieder in mehreren mexikanischen Bundesstaaten Straßen mit brennenden Autos, Lastwagen und Bussen und legten Feuer in Apotheken und kleinen Einzelhandelsgeschäften. In der von Touristen beliebten Stadt Puerto Vallarta an der Pazifikküste waren auf Videos brennende Autos und große schwarze Rauchwolken zu sehen, die zwischen den Gebäuden aufstiegen. Die Behörden riefen die Menschen dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen.
Ausgebrannter Bus in Mexiko
Foto: Anadolu Agency / IMAGODie USA hatten eine Belohnung von 15 Millionen US-Dollar (rund 12,7 Millionen Euro) auf den 59 Jahre alten »El Mencho« ausgesetzt. Washington reagierte auf die Nachricht seiner Tötung über den stellvertretenden US-Außenminister Christopher Landau. Einer der »blutigsten und rücksichtslosesten Drogenbosse« sei getötet worden, schrieb er auf der Plattform X . »Das ist eine großartige Entwicklung für Mexiko, die USA, Lateinamerika und die ganze Welt. Die Guten sind stärker als die Bösen.«
Unter der Führung von »El Mencho« hatte sich das CJNG innerhalb kurzer Zeit zu einem weltumspannenden kriminellen Unternehmen entwickelt. Es liefert sich einen brutalen Machtkampf mit dem Sinaloa-Kartell des in den USA inhaftierten Drogenbarons Joaquin »El Chapo« Guzman.
Das »Unternehmen mit den vier Buchstaben«, wie das Kartell von seinen Mitgliedern genannt wird, verfügt über ein großes Waffenarsenal und gepanzerte Fahrzeuge. In Mexiko verübte es blutige Anschläge auf Sicherheitskräfte, hängte Leichen an Brücken auf und schoss einmal sogar einen Militärhubschrauber ab, wobei neun Menschen ums Leben kamen. Dem Kartell wird vorgeworfen, junge Menschen auch mit falschen Jobangeboten anzulocken, um sie zwangsweise zu rekrutieren.
