SpOn 17.12.2025
19:08 Uhr

Mexiko: Claudia Sheinbaum warnt Uno vor »Blutvergießen« in Venezuela


Die Vereinten Nationen halten sich aus dem Konflikt zwischen Donald Trump und dem Maduro-Regime in Venezuela »auffällig« heraus, findet Claudia Sheinbaum. Mexikos Präsidentin warnt vor einem Angriff der USA.

Mexiko: Claudia Sheinbaum warnt Uno vor »Blutvergießen« in Venezuela

Deutliche Worte aus Mexiko: Präsidentin Claudia Sheinbaum hat angesichts der Spannungen zwischen den USA und Venezuela vor einem »Blutvergießen« gewarnt und ein Eingreifen der Uno gefordert. Die Vereinten Nationen seien in dem Konflikt bisher »auffällig abwesend«, sagte Sheinbaum am Mittwoch. Dabei sei es ihre Aufgabe, »Blutvergießen zu verhindern und sich immer um eine friedliche Beilegung von Konflikten zu bemühen«.

Die USA hatten in den vergangenen Monaten mehrere Kriegsschiffe und den weltweit größten Flugzeugträger vor der Küste Venezuelas in Stellung gebracht. Bei Angriffen auf Boote angeblicher Drogenschmuggler wurden seitdem mehr als 90 Menschen getötet. Vergangene Woche beschlagnahmten die USA zudem erstmals einen Öltanker vor der Küste Venezuelas. Am Dienstag verkündete US-Präsident Donald Trump dann eine Seeblockade gegen »sanktionierte« Öltanker, die Venezuela anlaufen oder verlassen.

Trump beschuldigt Venezuelas Präsidenten Nicolás Maduro, Drogenbanden zu kontrollieren und gezielt gegen die USA einzusetzen. Maduro vermutet hinter dem US-Vorgehen hingegen Pläne zu seinem Sturz und zum »Diebstahl« venezolanischen Öls.

Sheinbaum sagte, Mexiko lehne eine »ausländische Einmischung« unabhängig von »Meinungen« über Maduros Regierungsstil ab. »Wir rufen dazu auf, in jedem internationalen Konflikt auf Dialog und Frieden zu setzen, nicht auf Intervention. Das ist unsere Position aus Überzeugung und auf Grundlage unserer Verfassung«, fügte sie hinzu.

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US-Verteidigungsminister Pete Hegseth und Außenminister Marco Rubio haben derweil vor dem Kongress die Angriffe der USA auf Boote mutmaßlicher Drogenschmuggler in der Karibik verteidigt. Nach einer Anhörung hinter verschlossenen Türen lobten die Minister am Dienstag vor Journalisten eine »sehr erfolgreiche Mission«. Die Angriffe hätten terroristische Organisationen und Kartelle zum Ziel gehabt, die für den Drogenhandel in die USA verantwortlich seien, sagten sie.

Kritiker bezeichnen die Angriffe als außergerichtliche Hinrichtungen und völkerrechtswidrig. Das Thema löste in Washington heftige Debatten aus – insbesondere ein Angriff Anfang September, bei dem die US-Armee zwei im Wasser treibende Überlebende eines ersten Angriffs auf ein Boot bei einem weiteren Angriff tötete.

Der Minderheitsführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, hatte die Regierung aufgefordert, allen Senatoren die vollständigen und unbearbeiteten Aufzeichnungen des Doppelangriffs von Anfang September zur Verfügung zu stellen. Beim Verlassen der Sitzung erklärte Schumer, er habe »nichts Neues gehört«.

dop/AFP