Die Übergriffe des ehemaligen Hollywoodproduzenten Harvey Weinstein, 73, hatten der #MeToo-Bewegung den Anstoß gegeben. Seit 2017 haben ihm mehr als 80 Frauen sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Er sitzt aktuell wegen sexueller Gewalt im Gefängnis. Schauspielerin Judi Dench, 91, hat sich nun in einem Interview mit der britischen »Radio Times« zu Weinstein geäußert.
Sie habe Weinstein gut gekannt, sagte Dench in dem Interview. Von seinem gewalttätigen Verhalten habe sie nichts mitbekommen, »zum Glück für mich«. Sie erinnere sich daran, gesehen zu haben, dass Weinstein mittlerweile eine Gehhilfe benötige. Die Schauspielerin äußerte Mitgefühl für seine Opfer, fügte aber hinzu: »Ich nehme an, er hat seine Zeit abgesessen ... Ich weiß es nicht, für mich ist Vergebung etwas Persönliches.«
Weinstein im Juni 2025 in einem New Yorker Gerichtssaal
Foto: Angela Weiss / Getty ImagesDench äußerte sich in dem Gespräch auch zu Kevin Spacey, 66, dem Missbrauch und sexuelle Belästigung vorgeworfen werden; der Schauspieler streitet die Vorwürfe ab. Sie tausche sich regelmäßig mit Spacey über SMS aus, sagte Dench. Ihre Beziehung sei nach wie vor intakt. »Kevin wurde freigesprochen«, so Dench.
Bereits im Jahr 2019 hatte Dench »Radio Times« gesagt , dass sie der festen Überzeugung sei, die Arbeit von Spacey und Weinstein solle von den Vorwürfen und Verurteilungen getrennt betrachtet werden.
Spacey muss sich bald erneut wegen Missbrauchsvorwürfen vor Gericht verantworten. Drei Männer haben den Hollywoodstar zivilrechtlich verklagt, weil er sie zwischen 2000 und 2013 sexuell missbraucht haben soll. Er ist bekannt für seine Rollen in Filmen wie »American Beauty« oder in der Netflix-Serie »House of Cards«. 2017 wurde der Schauspieler von mehr als 30 Männern wegen unangemessenen Verhaltens oder sexueller Übergriffe angeklagt. Im Juli 2023 wurde Spacey in einem aufsehenerregenden Prozess in Großbritannien vom Vorwurf der Vergewaltigung von vier Männern freigesprochen. 2022 wurde er in einem Gerichtsverfahren in New York für nicht haftbar befunden.
Zuletzt hatte der Schauspieler mit einem Interview im »Telegraph« Schlagzeilen gemacht. Dort sagte Spacey, er habe kein festes Zuhause mehr: »Ich lebe in Hotels, ich lebe in Airbnbs, ich gehe dorthin, wo es Arbeit gibt.« Seine finanzielle Situation sei nicht gut.
