SpOn 09.12.2025
06:52 Uhr

Merz zeigt Verständnis für Empörung über seine Stadtbild-Aussage


In der ARD stellt sich Friedrich Merz Publikumsfragen und wird von einer Studentin scharf für seine »Stadtbild«-Formulierung kritisiert. Der Kanzler nimmt die Kritik an – und sagt, was er heute anders formulieren würde.

Merz zeigt Verständnis für Empörung über seine Stadtbild-Aussage

Über Wochen musste sich Friedrich Merz (CDU) teils massive Kritik zu seiner als von vielen rassistisch empfundenen »Stadtbild«-Aussage  anhören. Dialogbereit gab sich der Bundeskanzler kaum. Nun jedoch hat Merz in der ARD-Sendung »Arena« Verständnis anklingen lassen.

»Ich hätte vielleicht früher sagen sollen, was ich konkret damit meine«, so Merz. »Das würde ich heute anders machen.« In der ARD-Sendung konnten Bürgerinnen und Bürger Merz Fragen stellen. Anlass für die erneute Debatte über das »Stadtbild« war die scharfe Kritik einer Medizinstudentin, Merz würde mit seinen Aussagen die Gesellschaft spalten.

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Merz nahm die Kritik an. Und erklärte sich erneut: Es gebe Städte, die »völlig verwahrlosen«, sagte er. »Das hat etwas mit dem zu tun, was ich gesagt habe. Und das müssen wir ändern«, erklärte der Bundeskanzler. »Und deswegen sage ich immer, es sind zwei Teile derselben Antwort. Wir brauchen Migration, wir brauchen Einwanderung, der ganze medizinische Sektor, der Pflegebereich, viele andere Bereiche«, sagte Merz. Er sehe, was die Menschen dort leisteten. »Und ohne diejenigen, die aus anderen Ländern kommen, geht es einfach nicht mehr.«

»Diese Differenzierung, die würde ich gerne stärker betonen«, sagte der CDU-Politiker. »Aber ich glaube, jeder, der es ein bisschen gutwillig versucht hat zu verstehen, hat es auch verstanden, was ich gemeint habe.« Zugleich betonte Merz nochmals: »Diejenigen, die in unserem Land leben wollen, müssen sich an die Regeln halten. Und wenn sie es nicht tun, müssen sie gehen.«

Verweis auf die »Töchter«

Merz hatte im Oktober gesagt, die Bundesregierung korrigiere frühere Versäumnisse in der Migrationspolitik und mache Fortschritte, »aber wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem, und deswegen ist der Bundesinnenminister ja auch dabei, jetzt in sehr großem Umfang auch Rückführungen zu ermöglichen und durchzuführen«.

Später sagte er auf Nachfrage: »Fragen Sie mal Ihre Töchter, was ich damit gemeint haben könnte.« Dann konkretisierte er, Probleme würden diejenigen Migranten machen, die keinen dauerhaften Aufenthaltsstatus hätten, nicht arbeiteten und die sich auch nicht an die in Deutschland geltenden Regeln hielten.