SpOn 19.11.2025
18:36 Uhr

Merz hält Beziehungen zu Brasilien nicht für belastet und will am Wochenende mit Lula sprechen


Der Kanzler hat mit seiner Äußerung über die Millionenstadt Belém Aufregung und Empörung in Brasilien ausgelöst. Am Nachmittag ließ er dem Präsidenten Grüße ausrichten, am Wochenende will er ihn treffen.

Merz hält Beziehungen zu Brasilien nicht für belastet und will am Wochenende mit Lula sprechen

Bundeskanzler Friedrich Merz sieht das deutsch-brasilianische Verhältnis nach seiner viel kritisierten Äußerung über die brasilianische Millionenstadt Belém nicht als belastet an. »Ich habe gesagt, Deutschland ist eines der schönsten Länder der Welt, und das wird vermutlich auch Präsident Lula so akzeptieren«, sagte der CDU-Vorsitzende bei einer Pressekonferenz mit dem schwedischen Ministerpräsidenten Ulf Kristersson in Berlin.

Umweltminister Carsten Schneider (SPD) habe am Nachmittag mit Präsident Luiz Inácio Lula da Silva in Brasilien gesprochen, sagte Merz. »Ich hab’ ihn gebeten, Präsident Lula meine herzlichen Grüße auszurichten.« Er selbst werde am Wochenende beim G20-Gipfel in Johannesburg ein »weiteres gutes Gespräch« mit Lula führen, »völlig unbelastet«.

Merz war nur rund 20 Stunden in Belém

Merz hatte sich nach seinem nur rund 20-stündigen Besuch bei der Klimakonferenz in Belém auf einem Handelskongress in Berlin zu seinen Eindrücken von der armen Millionenstadt am Amazonas geäußert. »Ich habe einige Journalisten, die mit mir in Brasilien waren, letzte Woche gefragt: Wer von euch würde denn gerne hierbleiben? Da hat keiner die Hand gehoben«, sagte er. »Die waren alle froh, dass wir vor allen Dingen von diesem Ort, an dem wir da waren, in der Nacht von Freitag auf Samstag wieder nach Deutschland zurückgekehrt sind.« Die Botschaft, die Merz mit diesen Äußerungen verband, war: Man lebe in Deutschland »in einem der schönsten Länder der Welt«.

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In Brasilien hatte die Äußerung empörte Reaktionen ausgelöst. Auch Lula meldete sich zu Wort. Merz hätte in eine Bar gehen, dort tanzen und die lokale Küche probieren sollen, »denn dann hätte er gemerkt, dass Berlin ihm nicht einmal zehn Prozent der Qualität bietet, die der Bundesstaat Pará und die Stadt Belém bieten«, sagte er.

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naw/dpa