Hunderte Traktoren vor dem Arc de Triomphe in Paris. Seit Tagen demonstrieren französische Landwirte gegen das sogenannte Mercosur-Abkommen: Ein Freihandelsvertrag zwischen der Europäischen Union und den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Paraguay und Urugay.
Dabei sollen die Europäer unter anderem Autos und chemische Produkte über den Atlantik liefern. Nach Europa exportieren die Mercosur-Länder wiederum vor allem landwirtschaftliche Produkte und Rohstoffe. Genau das treibt nun erneut hunderte Landwirte in Europa auf die Straßen. Sie fürchten die Konkurrenz durch günstigere südamerikanische Produkte.
Damien Greffin, Präsident des Bauernverbands FNSEA:
»Hier in Frankreich herrscht Unverständnis über die Unterzeichnung dieser Abkommen. Wir können natürlich bilaterale Handelsabkommen schließen, aber wir sind nicht verpflichtet, uns Importquoten für bestimmte Produkte aufzuerlegen, die wir hier in Frankreich selbst herstellen können.«
Am Freitag hatten sich die Mitgliedsstaaten der EU nach mehr als 25 Jahren auf das Freihandelsabkommen geeinigt. Am Samstag soll es in Paraguay unterzeichnet werden. Jetzt kann das Abkommen nur noch am Europaparlament scheitern, das ebenfalls darüber abstimmen soll. Die europäischen Landwirte hoffen, bis dahin noch Einfluss auf ihre Entscheidungsträger nehmen zu können.
Damien Greffin, Präsident des Bauernverbands FNSEA:
»Ich denke, Frankreich wäre gut beraten zu prüfen, ob wir die Produktionskapazitäten im Land aufrechterhalten sollten, denn wenn wir alle unsere Zuckerfabriken und Schlachthöfe geschlossen haben, könnten wir eines Tages aufwachen und feststellen, dass wir die französische Bevölkerung nicht mehr ernähren können.«
Auch in anderen Ländern protestierten Landwirte gegen das Abkommen – offenbar mit Erfolg: Am vergangenen Mittwoch versprach die EU-Kommission ihren Mitgliedstaaten EU-Hilfen in Höhe von 45 Milliarden Euro zur zusätzlichen Unterstützung von Landwirten. Die Landwirte in Frankreich konnte das bislang jedoch nicht beruhigen.