SpOn 29.01.2026
11:13 Uhr

Melania Trump: Schleppender Ticketverkauf für »Melania«-Dokumentation


Schleppender Ticketverkauf, Bestechungsvorwürfe im US-Fernsehen: Die Zeichen stehen schlecht für die Dokumentation »Melania«, die am Freitag anlaufen wird.

Melania Trump: Schleppender Ticketverkauf für »Melania«-Dokumentation

Für die Premiere von »Melania« um 15.10 Uhr im Londoner Stadtteil Islington am kommenden Freitag ist offenbar nur eine einzige Eintrittskarte verkauft worden. Das zumindest sagte der Geschäftsführer von Vue, einem der größten Kinobetreiber im Land, dem britischen »Guardian« am vergangenen Wochenende. Für die Vorstellung um 18 Uhr seien bis zu diesem Zeitpunkt zwei Karten reserviert worden. Andere Kinos des Landes meldeten ähnlich schleppenden Vorverkauf, in vielen Kinos waren noch alle Plätze frei.

Am heutigen Donnerstag wird »Melania« im Kennedy Center in Washington – das der Präsident in einem rechtlich umstrittenen Schritt in Trump-Kennedy-Center umbenannt hat – und 19 weiteren Veranstaltungsorten seine offizielle Premiere haben, bevor er am Freitag in 27 Ländern regulär in die Kinos kommt. Der Film mit dem Untertitel »20 Tage, um Geschichte zu schreiben« dokumentiert die 20 Tage vor Donald Trumps Rückkehr an die Macht im Januar 2025.

Zwar prognostiziert der Marktforschungsdienst NRG einen Einspielerfolg von rund fünf Millionen Dollar. Das wäre ein enormer Erfolg. Die Kinobetreiber sind sich da allerdings weniger sicher – es könnte auch peinlich werden. Möglicherweise werden Zuschauerzahlen dazu aber auch nicht veröffentlicht.

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Denn das Interesse bleibt trotz einer umfangreichen Promo-Kampagne mau, in sozialen Medien kursieren Screenshots von Kinos mit unverkauften Plätzen. In Südafrika nahm der Verleih den Film kurz vor seinem Start aus den Kinos. »Aufgrund der jüngsten Entwicklungen« habe man diese Entscheidung getroffen, sagte der Verleiher Filmfinity dazu – und ließ offen, ob das aus ökonomischen oder politischen Gründen geschieht. Die Entscheidung kommt überraschend, fällt aber in eine Zeit ausgeprägter Feindseligkeit zwischen der südafrikanischen Regierung und Präsident Trump, der Südafrika seit Beginn seiner zweiten Amtszeit scharf kritisiert.

Kimmel: »75-Millionen-Dollar-Bestechungsfilm«

»Melania« wird massiv beworben, unter anderem durch den Präsidenten selbst. Amazon investierte 35 Millionen Dollar in die Werbung für den Film, weit mehr als üblicherweise für Dokumentarfilme, inklusive Fernsehspots während der NFL-Playoff-Spiele. Es dürfte das Zehnfache dessen sein, was andere hochkarätige Dokumentarfilme an Marketingbudget erhalten, vermutet die »New York Times«. Zuvor hatte Amazon der Produktionsfirma von Melania Trump bereits 40 Millionen Dollar für die Rechte gezahlt, rund 26 Millionen Dollar mehr als der nächstplatzierte Bieter, Disney.

Die »New York Times« sieht darin einen Versuch des Unternehmens Amazon, sich bei Präsident Trump einzuschmeicheln. Late-Night-Moderator Jimmy Kimmel wurde noch deutlicher: »Laut dem Autor Michael Wolff ist Melania äußerst verärgert darüber, dass die Morde in Minneapolis die Veröffentlichung des 75-Millionen-Dollar-Bestechungsfilms – ich meine, des ›Dokumentarfilms‹ – überschatten, den Amazon für sie produziert hat«, sagte Kimmel.

Für ihre Dokumentation wirbt die First Lady mit einem eigenwilligen Plakat, auf dem der US-Präsident auffällig fehlt und Melania Trump betont desinteressiert wirkt. Was das zu bedeuten hat, lesen Sie hier .

cpa