SpOn 06.12.2025
03:00 Uhr

Medizinische Richtlinien: Trump ordnet Überprüfung der Kinderimpfpflicht an


US-Präsident Donald Trump ordnet die Begutachtung der Impfpflicht für Kinder an, um sie an internationale Standards anzupassen. Zugleich wurde die Hepatitis-B-Impfpflicht für Neugeborene gekippt.

Medizinische Richtlinien: Trump ordnet Überprüfung der Kinderimpfpflicht an

US-Präsident Donald Trump hat eine Überprüfung der Impfvorschriften für Kinder in den USA angeordnet. Ziel sei eine Angleichung an die Praxis in vergleichbaren Industrieländern, teilte das Weiße Haus mit. Trump begrüßte zudem, dass Impfberater der Regierung eine seit Langem bestehende Empfehlung für die Impfung aller Neugeborenen in den USA gegen Hepatitis B gekippt hatten.

Einem Informationsblatt des Weißen Hauses zufolge sind der Gesundheitsminister und der Direktor der Gesundheitsbehörde CDC angewiesen, die Impfvorschriften für Kinder zu aktualisieren. Sie sollten den wissenschaftlichen Erkenntnissen und Verfahren anderer Industrieländer angeglichen werden, falls diese den derzeitigen US-Empfehlungen überlegen seien.

Der Zugang zu den derzeit für US-Bürger verfügbaren Impfstoffen solle jedoch erhalten bleiben, heißt es in dem Blatt weiter.

Impfungen als »unmoralischen« Eingriff bezeichnet

Das Thema Impfen erhitzt zurzeit grundsätzlich die Gemüter in den USA. Gesundheitsminister Robert F. Kennedy steht in der Kritik, weil er entgegen gängiger Lehrmeinung einen möglichen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus herstellt.

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Der US-Bundesstaat Florida kündigte kürzlich an, alle staatlichen Impfvorschriften abzuschaffen. Der Generalarzt von Florida, Joseph Ladapo, will für Schulkinder durchsetzen, dass sie künftig auch ohne Impfungen am Unterricht teilnehmen können.

Ladapo bezeichnet medizinische Vorschriften in Schulen als »unmoralischen« Eingriff in die Rechte der Menschen. Er meinte, dass diese Vorschriften an »Sklaverei« grenzen würden und Eltern daran gehindert würden, Entscheidungen über die Gesundheit ihrer Kinder zu treffen.

Ganz anders gehen die US-Bundesstaaten Kalifornien, Oregon und Washington vor. Sie wollen laut der »New York Times«  sowie mehreren Regionalmedien auf die Verschlechterung der Gesundheitssituation reagieren und einen eigenen Weg einschlagen: Sie wollen eine »Gesundheitsallianz« gründen, die gemeinsame Impfempfehlungen koordinieren soll.

jon/Reuters