Der Bundestag hat mögliche erneute Durchsuchungen beim AfD-Abgeordneten Maximilian Krah gebilligt. Das Parlament erteilte am späten Nachmittag einstimmig eine entsprechende Genehmigung – also auch mit den Stimmen der AfD.
Der Hintergrund der vom Bundestag beschlossenen »gerichtlichen Durchsuchungs- und Beschlagnahmebeschlüsse« blieb vorerst unklar. Bereits im September waren allerdings Wohnung und Bundestagsbüro des sächsischen AfD-Politikers durchsucht worden , dafür hatte das Parlament Krahs Immunität aufgehoben. Hintergrund war ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Bestechlichkeit und der Geldwäsche. Krah soll während seiner Zeit im Europaparlament von 2019 bis 2025 Zahlungen aus chinesischen Quellen erhalten haben.
Hinweise auf mögliche Schmiergeldzahlungen ergaben sich nach SPIEGEL-Informationen bei Ermittlungen der Bundesanwaltschaft und des Bundeskriminalamts gegen Jian G., Krahs früheren Mitarbeiter im Europaparlament. Dieser war im April 2024 wegen Verdachts der Spionage für China verhaftet worden und wurde mittlerweile wegen Spionage für China zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und neun Monaten verurteilt.
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Krah gilt seit Langem als äußerst chinafreundlich. In seiner Zeit im Europaparlament stimmte der AfD-Politiker wiederholt im Sinne Pekings. So lehnte er 2019 etwa eine Resolution ab, in der die Unterdrückung der Uiguren in China angeprangert wurde. Meldungen über Umerziehungslager für die muslimische Minderheit bezeichnete er als »Anti-China-Propaganda«. Auch den Bericht eines Sonderausschusses, der Vorschläge zur Abwehr chinesischer und russischer Einflussnahme machte, lehnte Krah 2022 im Europaparlament ab.
In der AfD nennen sie ihn gern »Schampus-Max«: Der AfD-Abgeordnete Maximilian Krah soll bestechlich gewesen sein. Hören Sie hier, wie er unter Verdacht geriet und warum sich Chinas Spione an Rechtsaußenpolitiker heranpirschen.
