Schauspieler Matthew McConaughey, 56, hat etwas gegen künstliche Intelligenz (KI). Zumindest dann, wenn KI-Tools seine Stimme oder sein Aussehen imitieren. Dagegen will er nun vorgehen: Wie das »Wall Street Journal« berichtet, hat McConaughey sich selbst als Marke eintragen lassen.
»Mein Team und ich möchten sicher sein, dass meine Stimme oder mein Abbild nur mit meiner Einwilligung verwendet werden«, schreibt er in einer Mail an die Zeitschrift. Man wolle »klare Grenzen für Eigentumsrechte schaffen«. In einer von KI dominierten Welt müsste Konsens die Norm sein.
Dem Bericht zufolge genehmigte das Patent- und Markenamt in den USA bereits acht solcher Markenanmeldungen. Unter anderem geht es um Videos, in denen McConaughey auf einer Veranda oder vor einem Weihnachtsbaum sitzt, in die Kamera blickt, lächelt oder spricht. Auch eine Audioaufnahme ist darunter. Darin sagt der Schauspieler seinen berühmten Satz »Alright, alright, alright« aus dem Neunzigerjahre-Film »Dazed and Confused«.
Bringt das etwas?
Bisher sei ihnen kein Fall bekannt, in denen Bilder oder Aufnahmen von McConaughey missbraucht wurden, sagte einer seiner Anwälte. Offenbar handeln sie nach dem Motto: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Man verfüge nun über ein Instrument, um »solche Personen zu stoppen oder vor ein Bundesgericht zu bringen«, heißt es weiter.
Unklar ist allerdings, ob die Markenanmeldungen überhaupt helfen würden, ein entsprechendes Verfahren zu gewinnen. »Ich weiß nicht, wie das Gericht letztlich entscheiden wird«, sagte ein weiterer Anwalt. »Aber wir müssen es zumindest versuchen.«
Einige Stars haben bereits mit missbräuchlichen KI-Bildern zu kämpfen. So ließen sich etwa mit Grok, der KI von Elon Musks Unternehmen xAI, kurzzeitig Fake-Nacktvideos von Taylor Swift erstellen. Die Sängerin Sabrina Carpenter zeigte die KI auf Anfrage eines Nutzers kürzlich im Bikini.
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McConaughey warb in der Vergangenheit selbst für KI. In einem Clip für das Cloud-Softwareunternehmen Salesforce, der beim Super Bowl lief, bewarb er den KI-gestützten Assistenten des Konzerns. Zudem investiert er in das KI-Sprachunternehmen ElevenLabs – und nutzte dessen Software, um sich für seinen Newsletter »Lyrics of Livin'« selbst Spanisch sprechen zu lassen.
Er »wollte sehen, was diese Technologie leisten kann, wenn sie gezielt eingesetzt wird«, schrieb McConaughey dazu. »Wenn das Tool dazu beitragen kann, Verbindungen herzustellen, möchte ich lernen, wie das geht.«
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