SpOn 10.12.2025
08:18 Uhr

María Corina Machado: Friedensnobelpreisträgerin kommt nicht zur Preisverleihung


Die venezolanische Oppositionspolitikerin Machado soll für ihre Zivilcourage mit dem Friedensnobelpreis geehrt werden. Die Auszeichnung in Oslo wird sie nicht persönlich entgegennehmen – aus Angst vor ihrer autoritären Landesführung.

María Corina Machado: Friedensnobelpreisträgerin kommt nicht zur Preisverleihung

Die diesjährige Verleihung des Friedensnobelpreises wird ohne die Preisträgerin stattfinden. Die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado wird nach Drohungen der autoritären Führung ihres Landes nicht an der Preisverleihung im Rathaus von Oslo an diesem Mittwoch teilnehmen.

Die 58-Jährige sei derzeit leider nicht in Norwegen und werde auch nicht bei der Zeremonie auf der Bühne stehen, sagte der Direktor des norwegischen Nobelinstituts, Kristian Berg Harpviken, dem Rundfunksender NRK. Stattdessen werde ihre Tochter den Nobelpreis in Empfang nehmen und auch eine Rede halten, die ihre Mutter geschrieben habe. Wo sich Machado aufhalte, wisse er nicht.

Das norwegische Nobelkomitee hatte im Oktober verkündet, dass die an einem geheimen Ort innerhalb Venezuelas lebende Machado in diesem Jahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wird. Das Komitee sprach ihr den renommierten Preis »für ihren unermüdlichen Einsatz für die demokratischen Rechte des venezolanischen Volkes und für ihren Kampf für einen gerechten und friedlichen Übergang von Diktatur zur Demokratie« zu. Machado soll damit als »eines der ungewöhnlichsten Beispiele für Zivilcourage in Lateinamerika in der jüngsten Zeit« gewürdigt werden.

Die Oppositionelle widmete die Auszeichnung daraufhin »dem leidenden Volk Venezuelas« sowie US-Präsident Donald Trump für seine Unterstützung der venezolanischen Opposition. Venezuelas autoritärer Präsident Nicolás Maduro bezeichnete sie im Anschluss indirekt als »dämonische Hexe« – ihren Namen nimmt er für gewöhnlich nicht in den Mund.

Im eigenen Land abgetaucht

Machado gilt als einende Kraft der Opposition in Venezuela und entschiedene Widersacherin des seit 2013 autoritär regierenden Maduro. Sie hatte sich 2023 um die Präsidentschaftskandidatur in ihrem Land bemüht, wurde jedoch wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten von der Wahl im darauffolgenden Jahr ausgeschlossen. Kritiker werfen Maduro systematische Wahlmanipulation vor.

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Machado ist vor geraumer Zeit aus Sorge um ihre Sicherheit innerhalb ihres Landes abgetaucht. Das Nobelkomitee war bislang davon ausgegangen, dass sie für die Preiszeremonie nach Oslo kommen könnte. Sie selbst hatte beteuert, alles daranzusetzen, um für die größte Ehrung ihres Lebens in die norwegische Hauptstadt reisen zu können. Die venezolanische Staatsanwaltschaft hatte jedoch damit gedroht, Machado aufgrund verschiedener Ermittlungen gegen sie als flüchtig zu betrachten, sollte sie das Land verlassen. Ihr würde damit möglicherweise die Festnahme, ein Einreiseverbot oder Schlimmeres drohen, wenn sie aus Oslo nach Venezuela zurückkehren würde.

»Mir sind alle erdenklichen Verbrechen vorgeworfen worden, bis hin zu Terrorismus«, sagte Machado jüngst in einem NRK-Interview. »Das Regime ist sehr deutlich geworden. Maduro hat gesagt, dass sie mich töten werden, wenn sie mich erwischen.«

asc/dpa