Die republikanische Rechtsaußen-Abgeordnete Marjorie Taylor Greene hat nach ihrem Zerwürfnis mit US-Präsident Donald Trump für Januar ihren Rücktritt aus dem Kongress angekündigt. »Ich werde mein Amt niederlegen, mein letzter Arbeitstag wird der 5. Januar 2026 sein«, erklärte Greene am Freitag (Ortszeit) im Onlinedienst X.
»Wenn ich mich für amerikanische Frauen einsetze, die mit 14 Jahren vergewaltigt, verschleppt und von reichen, mächtigen Männern missbraucht wurden, sollte ich dafür nicht als Verräterin bezeichnet und vom Präsidenten der Vereinigten Staaten, für den ich gekämpft habe, bedroht werden«, erklärte Greene hinzu.
Greene galt lange Zeit als glühende Trump-Unterstützerin, unter anderem wegen Trumps Umgang mit dem Fall des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein kam es zwischen den beiden aber zum Bruch. Trump hatte die Veröffentlichung der Unterlagen zunächst vehement abgelehnt, er lenkte jedoch schließlich ein, als absehbar wurde, dass sich im Repräsentantenhaus eine überparteiliche Mehrheit dafür finden würde.
My official statement. pic.twitter.com/x48zEugmPV
— Marjorie Taylor Greene 🇺🇸 (@mtgreenee) November 22, 2025
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Trump bestreitet engere Beziehungen zu dem 2019 in Haft verstorbenen Sexualstraftäter. Jüngst veröffentlichte E-Mails und Dokumente legen allerdings das Gegenteil nahe, zudem zeigen zahlreiche Videos und Fotos aus früheren Jahren die beiden Millionäre zusammen. Der Finanzier Epstein aus New York war über viele Jahre Teil der High Society und in einflussreichen Kreisen vernetzt. Der Multimillionär betrieb einen Missbrauchsring. Viele junge Frauen, darunter Minderjährige, waren Opfer. Epstein verging sich auch selbst an ihnen.
Trumps scharfe Attacken gegen Greene
Trump überzog Greene nach seinem Bruch mit scharfen Attacken. »Ich entziehe der ›Kongressabgeordneten‹ Marjorie Taylor Greene meine Unterstützung«, schrieb Trump vergangene Woche Freitag in seinem Onlinenetzwerk Truth Social. Falls ein parteiinterner Konkurrent Greene bei einer Vorwahl in Georgia herausfordere, würde er diesen unterstützen.
Trump beschimpfte Greene außerdem als »zeternde Irre«, die »weit nach links« abgedriftet sei, und behauptete, die Wähler in Georgia hätten »die Nase voll von ihr und ihren Mätzchen«. Am vergangenen Samstag legte der US-Präsident nach und bezeichnete Greene als »Verräterin«.
Greene hatte zuletzt erklärt, dass sie nach den Attacken von Trump im Streit über die Ermittlungsakten zum Fall Epstein massiv bedroht werde. Private Sicherheitsfirmen hätten sich mit Warnungen an sie gewandt. Die Drohungen gegen sie würden vom »mächtigsten Mann der Welt« genährt, schrieb Greene. »Als Frau nehme ich Drohungen von Männern ernst.«
Greene erlangte nach ihrem Einzug ins Parlament 2021 schnell landesweit Bekanntheit. Über Jahre hinweg vertrat sie erzkonservative Positionen – etwa im Abtreibungs- und Waffenrecht sowie in der Einwanderungspolitik. Die Abgeordnete aus dem südlichen Bundesstaat Georgia äußerte sich dabei auch immer wieder gewaltverherrlichend und rassistisch.
