SpOn 20.02.2026
15:01 Uhr

Marius Borg Høiby: Ex-Freundin sagt in Vergewaltigungsprozess aus – »hat zwei Gesichter«


Im Vergewaltigungsprozess gegen Marius Borg Høiby hat dessen Ex-Freundin ausgesagt. Sie berichtet von einem Wechsel zwischen Gewalt und Zuneigung.

Marius Borg Høiby: Ex-Freundin sagt in Vergewaltigungsprozess aus – »hat zwei Gesichter«

Im Prozess gegen Marius Borg Høiby hat eine Ex-Freundin von Gewalt und Aggressionen in der Beziehung berichtet. Sie habe den angeklagten Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit sehr unterschiedlich erlebt. »Ich habe das Gefühl, Marius hat zwei Gesichter«, sagte die Influencerin der Zeitung »Verdens Gang« zufolge  vor Gericht.

»Da ist der süße Clown, der viel herumalbert und sehr lustig ist. Er war mein bester Freund, den ich wahnsinnig gern hatte«, sagte die Norwegerin. »Und dann war da Marius, mit dem ich nicht kommunizieren konnte, dessen Augen ganz schwarz wurden.«

Wenn sie diese Veränderung gesehen habe, habe sie große Angst bekommen: »Ich wusste nicht, was als Nächstes passieren würde.«

»Als stünde ein Pitbull vor dir«

Die Influencerin war von 2022 bis 2023 mit dem Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit aus einer früheren Beziehung zusammen. In dieser Zeit lebte das Paar auch an verschiedenen Orten zusammen.

Høiby mit seinem Anwalt vor Prozessbeginn in Oslo

Høiby mit seinem Anwalt vor Prozessbeginn in Oslo

Foto: Heiko Junge / NTB / picture alliance

Høiby soll seine damalige Freundin mehrfach gewürgt, ihr gedroht, sie getreten, sie mit Gegenständen beworfen und sie angeschrien haben. »Es fühlt sich an, als stünde ein Pitbull direkt vor dir«, sagte die Frau laut »Verdens Gang«.

Meistens sei er ausgerastet, wenn man ihn mit etwas konfrontiert habe, erzählte die Ex-Freundin den Angaben zufolge. »Entweder, wenn ich Gerüchte über Untreue gehört hatte, wenn er wütend auf mich war, weil er sagte, ich hätte mich wie eine verdammte Hure verhalten, oder wenn ich sein Telefon genommen hatte«.

Angeklagter spricht von Paranoia und Hass

Høiby hatte zuletzt gesagt, dass er sich nach seiner Festnahme im Sommer 2024 ständig beobachtet gefühlt hatte. »Ich hatte viel Paranoia in dieser Zeit, dadurch, dass Bilder von mir verbreitet wurden«, sagte er laut norwegischen Medien in dieser Woche. »Ich fühlte mich überwacht und dachte, dass mein Telefon gehackt worden sei. Das hat mich sehr beschäftigt.«

Er habe es auch gemieden, in der Stadt unterwegs zu sein: »Ich war ja Norwegens meistgehasster Mann.« Vor allem habe er Angst gehabt, im Rausch gefilmt oder fotografiert zu werden. Høiby hatte zuvor im Gericht über Kokainmissbrauch gesprochen.

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Der 29-Jährige steht seit Anfang des Monats in Oslo vor Gericht. Er ist in 38 Punkten angeklagt , darunter für vier Vergewaltigungen nach norwegischem Recht, häusliche Gewalt und Körperverletzung.

jpe/dpa