SpOn 20.01.2026
13:10 Uhr

Main-Taunus-Kreis: Pflegerin wegen dreifachen Mordversuchs festgenommen


Eine Pflegerin aus Hessen soll bei Wachkomapatienten lebenswichtige Geräte entfernt haben. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft wollte die Festgenommene bei Nachtschichten nicht durch Alarmsignale gestört werden.

Main-Taunus-Kreis: Pflegerin wegen dreifachen Mordversuchs festgenommen

Wegen des Verdachts des versuchten Mordes an drei Wachkomapatienten ist eine Pflegekraft inhaftiert worden. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft teilte mit, mit der Festnahme sei ein Haftbefehl des Amtsgerichts Frankfurt am Main vollstreckt worden. Die 53-jährige Beschuldigte war den Angaben zufolge in einer Seniorenresidenz im Main-Taunus-Kreis beschäftigt, wo sie sich um Wachkomapatienten gekümmert hat.

Der Frau wird vorgeworfen, in mindestens zwei Nachtdiensten im Februar 2025 an drei der Patienten die Pulsoximeter entfernt zu haben, »um während ihrer Nachtschicht nicht durch optische oder akustische Alarmsignale gestört und zu pflegerischen Handlungen veranlasst zu werden«.

Dabei soll die Frau jeweils den Tod der Patienten »zumindest billigend in Kauf genommen haben«. Zudem soll ihr auch bewusst gewesen sein, dass sich der Zustand der Patienten unmittelbar lebensbedrohlich verändern könnte.

Überführt bei unangekündigtem Besuch

In einem der Nachtdienste soll das Entfernen des Pulsoximeters auch zu einem lebensbedrohlichen Zustand eines der Patienten geführt haben, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit. Bei einem späteren Nachtdienst wurde die Frau dann den Angaben zufolge »im Rahmen eines unangekündigten Besuchs« auf der Station im Aufenthaltsraum angetroffen, während bei zwei Patienten die Geräte abgeschaltet gewesen seien.

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Mit dem sogenannten Pulsoximeter werden den Angaben zufolge Puls und Sauerstoffsättigung des peripheren Blutes registriert und kontrolliert. Das Gerät wird üblicherweise am Finger angebracht.

Laut Staatsanwaltschaft verantwortete die Beschuldigte eine Station, auf der sich insbesondere Patienten befanden, die teilweise seit mehreren Jahren in einem Wachkoma-Zustand sind und die Umgebung nicht bewusst wahrnehmen oder kommunizieren können.

Neben der Festnahme wurde laut der Ermittlungsbehörde auch ein Durchsuchungsbefehl vollstreckt, um Beweismittel sicherzustellen. Zudem sei ein Berufsverbot für die Pflegerin angeordnet worden, hieß es.

sol/dpa