Birgit Großekathöfer, SPIEGEL:
Was sagen Sie denn zum Wahlergebnis?
Anwohner:
Passt, super. Ein bisschen mehr noch. Das ist zu wenig noch.
Birgit Großekathöfer, SPIEGEL:
Sachsen-Anhalt hat gewählt. Wir sind hier in Magdeburg auf dem Domplatz und wollen von den Menschen wissen, wie sie die ersten Prognosen und Zahlen einschätzen und was sie dazu sagen.
Aber die AfD gilt doch als gesichert rechtsextrem hier in Sachsen-Anhalt.
Anwohner:
Den Scheißdreck erzählen Sie uns seit 20 Jahren. Es gibt keine Rechtsextremen da drin.
Anwohnerin:
Das hat sich abgezeichnet. Also wenn man durch diese Stadt geht und wenn man mit verschiedenen Bevölkerungsschichten arbeitet und lebt und kommuniziert. Und ich arbeite in einem großen Krankenhaus hier in der Stadt, dann hört man die Stimmung und dann weiß man, wie die Leute denken. Und dann versucht man auch mit dem einen oder anderen Kollegen zu diskutieren. Aber man merkt halt auch, dass viele müde sind und daran glauben wollen, was die AfD verspricht. Ich stehe da und bin erschüttert.
Anwohnerin:
Und ich merke gerade, wie ich echt Engegefühle habe. Auch wie offenkundig hier manche Menschen mit verbotenen Nazisymbolen sehr selbstbewusst langgehen. Und ich bin sehr froh, dass es erst mal keine absolute Mehrheit gegeben hat und dass man auf eine Demokratie hoffen kann, oder ein ein Parlament, die sich jetzt mal zusammenraufen sollten und miteinander gegen die AfD arbeiten sollten.
Birgit Großekathöfer, SPIEGEL:
Was würden Sie sich denn wünschen?
Anwohner:
Na, das, was ich mir wünsche. Das sehen Sie da an der Fahne, was ich mir wünsche. Ich bin für Deutschland. Ich bin hier geboren in der DDR, groß gewachsen, aufgewachsen, zur Schule gegangen. Und ich möchte Frieden haben in der ganzen Welt.
Birgit Großekathöfer, SPIEGEL:
Was befürchten Sie denn jetzt?
Anwohnerin:
Ich befürchte tatsächlich so ein bisschen, dass Deutschland so zurück in die Vergangenheit reist und dass wir halt die gleichen Probleme kriegen, die unsere Großeltern schon hatten und so. Da will ich einfach nicht hin.