In Lyon haben rund 3.200 Menschen an einem Gedenkmarsch für einen nationalistischen Aktivisten teilgenommen. Er war bei einer linken Kundgebung so schwer attackiert worden, dass er an den Verletzungen starb.
Zu dem Trauermarsch hatten mehrere rechtsextreme und streng katholische Gruppen aufgerufen. Französischen Medien zufolge waren etwa 500 Polizisten im Einsatz, um die Veranstaltung abzusichern. Der mutmaßliche Mord an dem Studenten, der auf Video dokumentiert wurde, löste landesweit Empörung aus und verschärfte die politischen Spannungen in Frankreich.
Die Behörden hatten im Vorfeld des Gedenkmarsches vor möglichen Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Lagern gewarnt. Präsident Emmanuel Macron rief vor dem Trauermarsch zur Ruhe auf und betonte, dass es keinen Platz für Milizen gebe, egal, woher sie kämen. Zudem kündigte er eine Kabinettssitzung zu gewalttätigen Gruppen mit Parteiverbindungen an.
Aktivist brutal zusammengeschlagen
Der 23-jährige Student war vor einer Woche an den Folgen schwerster Kopfverletzungen gestorben. Er hatte sie bei einem Angriff am Rande einer rechten Kundgebung erlitten, die den Auftritt der Europaabgeordneten der französischen Linkspartei La France Insoumise (LFI), Rima Hassan, begleitete. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte sich der Student zum Schutz einer kleinen Gruppe von Frauen bereitgehalten, wurde jedoch von rund 20 maskierten Personen attackiert und schwer verletzt.
Sieben Verdächtige wurden inzwischen festgenommen. Sechs sitzen wegen des Vorwurfs des vorsätzlichen Mordes und der schweren Körperverletzung in Untersuchungshaft, ein weiterer wurde unter Justizaufsicht gestellt. Drei der Männer sollen der radikalen Linken angehören; einer ist parlamentarischer Assistent des LFI-Abgeordneten Raphaël Arnault und Mitgründer der antifaschistischen »Jeune Garde« (auf Deutsch: Junge Garde), die nach Medienberichten für den Angriff verantwortlich gemacht wird.
Laut französischen Medien gehörte der Getötete verschiedenen rechtsextremen Gruppierungen an, wie der »l'Action française«, war Mitgründer der nationalistisch-revolutionären Gruppierung »Allobroges Bourgoin«, und in Lyon war er demnach Mitglied des rechtsextremen Gruppenkollektivs »Audace«.
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