SpOn 26.02.2026
12:23 Uhr

Lufthansa-Tochter Cityline: Piloten stehen vor dem Streik


Wegen Streiks bei der Lufthansa wurden zuletzt Hunderte Flüge abgesagt. Nun wollen die Piloten der Konzerntochter Cityline nachziehen.

Lufthansa-Tochter Cityline: Piloten stehen vor dem Streik

Piloten der Lufthansa-Kerngesellschaft legten vor zwei Wochen die Arbeit nieder, mehr als 800 Flüge mit rund 100.000 Passagieren fielen aus. Nun steht ein weiterer Streik bevor, allerdings bei einer kleineren Lufthansa-Tochter: Eine Urabstimmung der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) ergab bei der Lufthansa Cityline eine Zustimmung von 99 Prozent der abgegebenen Stimmen für einen möglichen Arbeitskampf. An der Abstimmung beteiligten sich laut der Gewerkschaft 95 Prozent der aufgerufenen Mitglieder.

Die Cityline erledigt für die Kerngesellschaft Lufthansa regionale Zubringerflüge. Sie betreibt 30 Jets und beschäftigt an die 500 Pilotinnen und Piloten. Der Flugbetrieb der Cityline soll nach Aussagen des Konzernmanagements im kommenden Jahr auslaufen. Ihre Verbindungen sollen bis dahin auf die neue Unternehmenstochter Lufthansa City Airlines übergehen.

Laut der Gewerkschaft VC hat dieser Umstand aber nichts mit den laufenden Tarifverhandlungen zu tun. Die Gewerkschaft hat für die Jahre 2024, 2025 und 2026 Vergütungsanpassungen um jeweils 3,3 Prozent jährlich gefordert. Zuletzt habe der Arbeitgeber am Mittwoch ein Angebot unterbreitet. Laut VC-Präsident Andreas Pinheiro bleibt es weiter hinter den Forderungen zurück und enthält eine Friedenspflicht bis Ende 2027: »Die VC wäre damit in Bezug auf die Cityline faktisch handlungsunfähig.«

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Bei der Muttergesellschaft dreht sich der Tarifkonflikt um die Betriebsrenten der rund 4800 Cockpitkräfte. Erwartbar sind nun abgestimmte Aktionen in beiden Flugbetrieben, zumal darüber eine gemeinsame Tarifkommission entscheidet.

Wie geht es bei der Lufthansa-Kerngesellschaft weiter?

Die Lufthansa hatte nach dem Streik bei der Kerngesellschaft Reformen des Betriebsrentensystems vorgeschlagen, um danach mithilfe eines externen Moderators über die grundsätzliche Organisation des Flugbetriebs zu sprechen. Daran hängen auch die Karrierechancen der einzelnen Piloten. Auch mit der Kabinengewerkschaft Ufo sei man in Gesprächen zum Manteltarifvertrag, heißt es aus dem Konzern.

Die VC hatte zunächst ablehnend auf den neuen Vorstoß des Managements reagiert. Sie kritisiert seit Langem die Konzernstrategie, mit neuen Flugbetrieben wie City Airlines und Discover die Arbeitsbedingungen bei den älteren Konzerngesellschaften unter Druck zu setzen. In den Verhandlungen konzentriert sie sich aber aus rechtlichen Gründen allein auf Forderungen, die mit einem Tarifvertrag geregelt werden können.

ptz/dpa